<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387</id><updated>2012-01-13T15:46:24.823-08:00</updated><title type='text'>jajajaneeneenee</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>41</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-3226010733585441975</id><published>2012-01-13T15:38:00.000-08:00</published><updated>2012-01-13T15:46:24.831-08:00</updated><title type='text'>Ist Carolyn Christov-Bakargiev  ein Mann?</title><content type='html'>Letzten Sonntag gab die derzeitige Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev  der Faz am Sonntag ein Interview. &lt;br /&gt;Ich zitiere zunächst einige Kernaussagen des Interviews:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Alles ist politisch, absolut alles.&lt;br /&gt;Es (das Symbolische) beruht auf der gedanklichen und praktischen Arbeit eines Feminismus, der das losgelöste, in sich ruhende Wissensganze aufbrechen wollte. Er hat auch das Widersprüchliche und Ungewisse zu verstehen versucht, die Möglichkeit, daß Gegensätze sich nicht ausschließen.&lt;br /&gt;Es ist feministisch, die menschliche Existenz nur als Teil einer weiter gefassten Existenz zu sehen und sich Gedanken über den Blickpunkt eines Tiers oder Steins zu machen.&lt;br /&gt;Wir werden für die Documenta Apfelsaft produzieren, ich habe Bäume dafür gepflanzt. Diese Documenta beruht auf einer Reihe präziser, bescheidener, unspektakulärer Gesten, Akte und Kunstwerke.&lt;br /&gt;Es geht ….darum, wie jeder Einzelne sich in einem ästhetischen und daher politischen Sinne in der Welt engagieren kann.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;…wenn man …einen schönen Topf Blumen mitten in eine Schlacht versetzen würde, dann würden sie – vielleicht! – zu kämpfen aufhören.&lt;br /&gt;Für mich ist Verwirrung nichts Negatives, sondern ein ausgesprochen kreativer Bereich. Klarheit ist für mich etwas Gefährliches.&lt;br /&gt;Alles ist intuitiv, jede Entscheidung. Intuition heißt, ohne Argumente handeln. Sie ist eine Frage des Engagements. Ich glaube nicht wirklich an statuiertes Wissen, an Erleuchtung vielleicht.&lt;br /&gt;Ich lege einen Stein hin, sehen Sie, hier ist der Stein. Das ist das eine, und das andere ist die Herstellung der Möglichkeit von Erleuchtung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man dieses wirre Geplauder auf eine Kernbotschaft eindampft, wäre es diese: Alles ist politisch, alles ist intuitiv, Klarheit ist gefährlich, es lebe die Ursuppe und der „Blickpunkt“ der Steine. Und all dies soll sein: FEMINISTISCH.&lt;br /&gt;Angesichts eines solchen krassen Feminismusbildes – das Weibliche ist wirr, unklar, unlogisch, ein breiartiges Durcheinander halbphilosophischer Schlagworte, uralter soziologischer Hüte und unausgegorener Allumfassung – drängt sich der folgende Verdacht auf: C.B.B. ist ein verkleideter sexistischer männlicher Feminismushasser, der mit diesem Gerede den Feminismus nach Art eines Undercoveragenten desavouieren möchte.&lt;br /&gt;Dass dieser verkleidete Feminist eine Katastrophe für die nächste documenta wäre, kann man allerdings nicht behaupten, denn der Kunstbetrieb hat sich ohnehin längst von allen nachvollziehbaren ästhetischen Kategorien verabschiedet; es geht ja schon seit Jahrzehnten nur noch um die aberwitzigste Verrücktheit, die man als „noch nicht dagewesen“ vermarkten kann.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Alles ist zwar nicht politisch, aber alles ist Kunst, wenn sich ein Händler findet, der es vermarktet.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-3226010733585441975?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/3226010733585441975/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=3226010733585441975' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3226010733585441975'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3226010733585441975'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2012/01/ist-carolyn-christov-bakargiev-ein-mann.html' title='Ist Carolyn Christov-Bakargiev  ein Mann?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1273776675180159129</id><published>2011-03-08T08:39:00.000-08:00</published><updated>2011-03-08T08:42:59.049-08:00</updated><title type='text'>Parallel erzählen</title><content type='html'>"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen."&lt;br /&gt;Und man hört ihm auch gern zu? Das war einmal so, in den Zeiten, als es noch kein Fernsehen, kein Radio und keinen Massentourismus gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da es aber diese schönen Dinge nun einmal gibt, ist jeder, dem man etwas erzählen möchte, schon überall gewesen. Und der Erzähler, anfangs naiv durchdrungen von der Einzigartigkeit seiner Erlebnisse - vom zumindest individuell als singulär Erlebten, läßt die Flügel seines spontanen Mitteilungsbedürfnisses schnell hängen vor der banalisierenden "Ich auch"-Mitteilsamkeit seines Zuhörers, die das Erlebnis, das gerade erzählt werden sollte, nur als Stichwort für die eigene rednerische Selbstentfaltung nutzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh bitte nein, möchte er wie der Mann aus Botho Strauß' "Paare, Passanten" ausrufen, erzählen Sie mir jetzt nicht dasselbe von Ihnen und auch nicht etwas annähernd Ähnliches, das Sie einmal erleben mußten... Schweigen Sie und verkneifen Sie sich die Parallele!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und er merkt wieder einmal, daß die Welt letztlich nur das ist, was jeder selbst in seinem eigenen kleinen Kreis erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einzigartigkeit des Erlebens wird nur denen zugestanden, die aufgrund einer erworbenen oder ererbten Prominenz ohnehin Einzigartigkeits-Status genießen; die Erlebnisse dieser "Prominenten" werden gierig als Besonderheiten von der zugehörigen Presse vermarktet und entsprechend rezipiert - und sind als veröffentlichtes Leben sofort der Einzigartigkeit beraubt, um deretwillen sie bewundert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sollte man sorgsam umgehen mit dem Reden über sich. Umhüllen sollte man seine kleinen persönlichen Erlebnisperlen mit dem Mantel fürsorglichen Schweigens, sie schützen vor der Banalität des "Ich auch", damit sie ihren Glanz und ihre Frische bewahren im unantastbaren Raum der persönlichen Erinnerung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1273776675180159129?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1273776675180159129/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1273776675180159129' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1273776675180159129'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1273776675180159129'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2011/03/parallel-erzahlen.html' title='Parallel erzählen'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-4009867564118591307</id><published>2011-02-22T07:30:00.000-08:00</published><updated>2011-02-22T08:40:49.078-08:00</updated><title type='text'>Guttenberg for president</title><content type='html'>Ich plädiere hiermit dafür, daß Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg Christian Wulff ablöst und zum neuen Bundespräsidenten gekürt wird. Ein Mann, der seinen Doktortitel durch Betrug erschwindelt hat, ist der ideale Repräsentant eines Landes, dessen Spitzenpolitiker das Vergehen unseres Verteidígungsministers folgendermaßen kommentieren (alle Zitate aus den SZ-Ausgaben der letzten Tage):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Angela Merkel:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;"Ich kümmere mich um die Frage: Wird er seinen Aufgaben als Verteidigungsminister gerecht? Und ich sage: ja. ... Ich habe keinen wissenschaftlichen Assistenten berufen."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hierzu gibt es einen ausgezeichneten Kommentar in der SZ (22.02.2011) von Nico Fried, der zu Recht darauf hinweist, daß "Merkels Trennung des Politikers Karl-Theodor zu Guttenberg vom Wissenschaftler Karl-Theodor zu Guttenberg...ihrer Klugheit unwürdig" sei. "Die Verbindung zwischen der Doktorarbeit und der Ministerarbeit ist die Integrität Guttenbergs. Diese Verbindung ist so unübersehbar wie eine geschlossene Bahnschranke und so fest wie ein Achterknoten. Wenn Merkel sie ignoriert, verrät die Kanzlerin schlicht den politischen Faktor der persönlichen Glaubwürdigkeit, dem sie selbst ihre Wiederwahl mit zu verdanken hat."&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Horst&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Seehofer&lt;/strong&gt;: "&lt;em&gt;Fehler können passieren, sie gehören zur Laufbahn eines Politikers. Es gibt keine Spitzenkarriere ohne Narben und Verwundungen."&lt;/em&gt; (Des weiteren führte Herr Seehofer in diesem Zusammenhang aus, daß &lt;em&gt;auch er - Seehofer - Skandale überstanden &lt;/em&gt;habe.&lt;br /&gt;Im Klartext: "Willkommen im Klub, lieber KT. Du hast bewiesen, daß du ein Schwein und somit ein fähiger Politiker bist."&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Stefan Mappus&lt;/strong&gt; (baden-württembergischer Ministerpräsident, CDU): "&lt;em&gt;Wir haben in diesem Land - und in Afghanistan - wahrlich andere Sorgen als die Frage, ob die Fußnoten einer Doktorarbeit richtig gesetzt sind."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentar erübrigt sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Peter Altmaier&lt;/strong&gt; (Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und Präsident der überparteilichen Europa-Union in Deutschland) verkündet, daß "&lt;em&gt;die CDU/CSU-Fraktion in großer Geschlossenheit hinter der politischen Leistung des Ministers in diesen beiden Jahren steht. Diese Leistung und der wissenschaftliche Aspekt müssen getrennt werden, um die Universität Bayreuth nicht unter Druck zu setzen."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders dreist. Dieser Mensch glaubt also allen Ernstes, er oder irgendein anderer seiner  Politbrüder könne eine unabhängige wissenschaftliche Institution unter Druck setzen. Wie großzügig, daß er darauf besteht, daß man dies doch netterweise nicht tun solle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Zum Schluß noch ein Sahnehäubchen aus der oberfränkischen Provinz Kulmbach, der Heimat unseres feinen Freiherrn, das uns &lt;strong&gt;Christine Flauder&lt;/strong&gt;, stellvertretende Kulmbacher Landrätin, übrigens SPD, geschenkt hat: &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;span style="font-family:lucida grande;"&gt;&lt;strong&gt;"&lt;em&gt;Er will es halt immer besonders gut machen, &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;span style="font-family:lucida grande;"&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;dann passiert so was eben."&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-4009867564118591307?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/4009867564118591307/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=4009867564118591307' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/4009867564118591307'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/4009867564118591307'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2011/02/guttenberg-for-president.html' title='Guttenberg for president'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-614799411460722582</id><published>2010-12-21T12:17:00.000-08:00</published><updated>2010-12-21T12:35:53.044-08:00</updated><title type='text'>PID und Abtreibung</title><content type='html'>Seit Monaten tobt ein erbitterter Kampf um die Zulassung der sogenannten PID, der Präimplantationsdiagnostik. Es geht um die gesetzliche Erlaubnis, bei der künstlichen Befruchtung erbkranke Embyonen auszusortieren und zu vernichten, damit die betroffenen Eltern die Chance auf ein gesundes Kind bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von rechts bis links gibt es entschiedene Gegner, und man argumentiert beispielsweise so:&lt;br /&gt;"&lt;em&gt;Jedes menschliche Leben enthält an sich und in sich bereits seinen vollen, unverfügbaren und eigenständigen Wert",&lt;/em&gt; oder: "&lt;em&gt;eine Gesellschaft, in der der Staat darüber entscheidet oder andere darüber entscheiden läßt, welches Leben gelebt werden darf und welches nicht, verliert ihre Menschlichkeit".&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schöne Sätze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage mich, warum diese schönen Sätze nicht gültig sein sollen bei der in Deutschland seit Jahrzehnten gesetzlich legitimierten Abtreibungspraxis , durch die Jahr für Jahr hundertausende gesunder Föten, die ebenso wie die PID-Embryonen ihren "vollen,  unverfügbaren und eigenständigen Wert" haben, getötet werden. Und zwar nicht etwa, weil sie erbkrank sind, sondern weil sie angeblich nicht in eine Lebensplanung hineinpassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Politikerinnen wie Andrea Nahles und Angela Merkel, die beide Gegnerinnen der PID sind, ehrlich wären, müßten sie zugeben, daß diese unsere Gesellschaft, die Jahr für Jahr die Tötung gesunden Lebens zuläßt, in der Tat schon längst &lt;em&gt;ihre Menschlichkeit verloren&lt;/em&gt; hat.&lt;br /&gt;Solange bei der Diskussion um die Zulassung der PID die Abtreibung ausgeblendet wird, solange ist diese Diskussion schizophren und das Papier nicht wert, auf dem sie dokumentiert wird.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-614799411460722582?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/614799411460722582/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=614799411460722582' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/614799411460722582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/614799411460722582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/12/pid-und-abtreibung.html' title='PID und Abtreibung'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-6708489961239719735</id><published>2010-12-17T13:09:00.000-08:00</published><updated>2010-12-17T14:00:32.037-08:00</updated><title type='text'>Unsere Besten</title><content type='html'>Florian Henckel von Donnersmarck hat einen neuen Film gemacht, der jetzt in die Kinos kommt, und deshalb gibt es viele schöne Interviews in vielen Zeitungen zu lesen. Ein besonders schönes sei hier empfohlen, es stand vorige Woche im &lt;a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35115/"&gt;SZ-Magazin&lt;/a&gt;, und es dürfte, sofern man es in angemessen getragenem Ton rezitiert, auf jeder Silvesterparty der Knaller sein.&lt;br /&gt;Am schönsten in diesem Interview ist eine wahre Geschichte, die der Donnersmarck-Nachfahre als Illustration für seine zuvor aufgestellt Behauptung ins Feld führt, daß es einen adeligen Ehrenkodex gibt, bzw. Dinge, die ein Donnersmarck NIE tun würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Protagonist dieser wahren Geschichte ist der Sohn eines Neffen eines entfernten Onkels - "aber den kannten wir gar nicht" -, den der entfernte Onkel dummerweise in sehr vorgerücktem Alter adoptierte. Und dieser Sohn des Neffen des Onkels, "dieser adoptierte Junge", hat etwas "wirklich wahnsinnig Unangenehmes" gemacht. Als Adoptivsohn hatte er auch einen Teil des Goethe-Nachlasses geerbt, der an die Familie derer von Donnersmarck gefallen war und den die Familie in eine Stiftung überführt hatte. Jaja, so macht man das in adligen Kreisen! Denn: "Ein Goethe-Erbe, das gehört einem nicht." &lt;br /&gt;Dieser dahergelaufene Sohn des ohnehin schon sehr entfernten Neffen aber wagte es, 39 Goethezeichnungen aus der Stiftung auszuleihen und ins Ausland zu verkaufen!&lt;br /&gt;"UNFASSBAR", ruft Henckel von Donnersmarck aus in diesem Interview!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So also benehmen sich nichtadlige Menschen! Die man eben besser nicht kennen sollte!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, wir doofen Normalmenschen, wir haben sie nicht, die adlige Moral und den adligen Ehrenkodex. Wir würden doch alle - geben wir es zu - sofort, wenn wir die Gelegenheit dazu hätten, alles ins Ausland verscherbeln, was uns an nationalem Erbe in die Finger fiele.&lt;br /&gt;So ist es ausgesprochen stärkend für unsere bröcklige Moral, wenn wir hin und wieder markige Donnerworte unserer Besten hören, die uns klarmachen, wie man zu handeln hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erfreulich, daß der Adel, der überwiegend aus dem Raubrittertum entstand oder aus Adelsstand-Erhebungen aufgrund politischer Gefälligkeiten, im Lauf der Jahrhunderte sich zur Creme der Nation emporentwickelt hat.&lt;br /&gt;Und so freut es uns auch zu lesen, daß der gute Mensch Florian Henckel von Donnersmarck auch ein besonders glücklicher Mensch ist, der von sich sagen kann: "Vielleicht hat es &lt;em&gt;noch nie in der Geschichte der Menschheit&lt;/em&gt; (!) irgendjemand besser gehabt als ich."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-6708489961239719735?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/6708489961239719735/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=6708489961239719735' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/6708489961239719735'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/6708489961239719735'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/12/unsere-besten.html' title='Unsere Besten'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-2026544797076480678</id><published>2010-10-25T12:06:00.000-07:00</published><updated>2010-11-02T12:39:03.246-07:00</updated><title type='text'>Laßt uns agamben</title><content type='html'>Kürzlich las ich in einer Buchrezension (Johan Schloemann in der SZ vom 22.10.2010) das folgende Zitat:&lt;br /&gt;"Die Pornographie, die ihr eigenes Phantasma als unerreichbar bewahrt und es mit derselben Geste unansehbar nahe rückt, ist die eschatologische Form der Parodie."&lt;br /&gt;Dieser Satz stammt aus dem neuen Buch eines italienischen Philosophen namens Giorgio Agamben, der, wie ich der Rezension entnahm, im heutigen Kunst- und Kulturbetrieb, beispielsweise bei clownesken Wirrköpfen wie René Pollesch, äußerst beliebt ist und gern zitiert wird. Die Thesen des italienischen Philosophen mit dem schönen Namen, der wie ein rätselhaftes deutsches Verb klingt, sind eher uninteressant und letztlich Quatsch (er behauptet, daß in der modernen Demokratie in deren angeblich zentralen Bewertung der öffentlichen Meinung und des politischen Consensus das Erbe der ursprünglich religiös fundierten "Macht und Herrlichkeit" präsent ist), aber die Begriffsverwurstung, die er in dem zitierten Satz anstellt, ist doch einfach wunderbar.&lt;br /&gt;Wäre es nicht ein tolles Gesellschaftsspiel, aus modischen Begriffen ähnliche Nonsens-Sätze zu bilden?&lt;br /&gt;Etwa so: "Dem narrativen Bewußtsein schwindelt es immer schon vor dem Faszinosum des hermetisch versiegelten Obszönen, das den utopischen Konsens jeglicher Selbstvergewisserung stets von Neuem unterläuft." Klingt doch gut, ist aber der schiere, blanke Blödsinn - frisch von mir aus dem Handgelenk geschüttelt.&lt;br /&gt;Man könnte auch einige Begriffshülsen aus Agambens Zitat nehmen und neu zusammenmixen, z.B.: "Die pornographische Geste parodiert die unerreichbare Nähe der Eschatologie und bewahrt sie als Unansehbares."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schlage vor, dieses Spiel "agamben" zu nennen. Laßt uns also agamben - ich bin für entsprechende Sätze dankbar und prämiere die lustigste Einsendung mit einer Einladung zu einem Cappuccino.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-2026544797076480678?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/2026544797076480678/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=2026544797076480678' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/2026544797076480678'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/2026544797076480678'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/10/lat-uns-agamben.html' title='Laßt uns agamben'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1713201808291911436</id><published>2010-09-28T12:38:00.000-07:00</published><updated>2010-09-29T03:57:03.224-07:00</updated><title type='text'>Kommt Kunst von Können?</title><content type='html'>Aus Anlaß einer Werbeaktion der "Welt" zum 20-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung, bei der der Maler Georg Baselitz eine komplette Ausgabe gestalten soll, brachte die "Wams" ("Welt am Sonntag" vom 26.9.2010) ein Interview mit Baselitz, das auch in gekürzter Form als &lt;a href="http://www.blogger.com/www.welt.de/baselitz"&gt;Film&lt;/a&gt; ins Netz gestellt wurde.&lt;br /&gt;In diesem Film sieht man einen grobschlächtigen, sattgesichtigen alten Mann mit den leicht herabgezogenen Mundwinkeln eines Erfolgreichen, der insgeheim denkt "ihr könnt mich mal alle, denn ich bin reich", wie er einen seiner hinlänglich bekannten Adler mit plumpen Federstrichen auf eine Leinwand krakelt, wie er Farbe über eine Ausgabe der "Welt" fließen läßt, und wie er über sich und Deutschland bzw. deutsche Kultur spricht. Es ist bemerkenswert, mit welcher Unverfrorenheit Baselitz, den die "Welt" (und mit ihr die gesamte Kunstszene) für einen "großen Künstler" hält, allem und jedem aufs Haupt schlägt. Da werden Günter Grass und Martin Walser als Deppen charakterisiert, die nur Karriere machen konnten, weil "jeder, der was im Kopf hatte" weg gewesen sei nach dem Krieg, da wird das Regietheater in Bausch und Bogen verdammt, da wird von den Verlagen behauptet, daß sie die deutschen Leser mit "Unlesbarem" quälten. Zur Politik fällt ihm im wesentlichen nur ein, daß er - als Großverdiener, der er ist - die Partei wählt, die Steuererleichterungen verspricht.&lt;br /&gt;Nun gut. &lt;div&gt;Ein Maler soll nicht reden, sondern malen, und wenn er redet, muß man das nicht unbedingt ernst nehmen. Hauptsache, er macht gute Kunst. Aber ach! Was ist denn gute Kunst, heutzutage? Baselitz, der reich und berühmt geworden ist durch den Trick, daß er seine konventionell frühexpressionistisch hingehauenen Bilder (vergleichbar schlechtem Lovis Corinth, epigonal verflacht) auf den Kopf gestellt hat, definiert seine eigene Kunst als "Schweinerei" - etwas, das keiner brauche und keiner wolle, aber das "vielleicht wichtig" sei. Ferner bezeichnet er seine Kunst als "brutal" und rechtfertigt dies damit, daß Deutschland "brutal" sei. Seine Malaktion für die "Welt", bei der er keinesfalls "illustrieren" wolle, sondern Bilder vorhat, die sich in keiner Weise auf den Text beziehen, bezeichnet er als "Musik": das sei, wie wenn man Musik sichtbar machen wolle. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Da paßt es dann gut, wenn man von Leuten, die heutzutage das Sagen haben bezüglich dessen, was "gute Kunst" sein soll, in einem weiteren &lt;a href="http://www.welt.de/kultur/article9195256/Zwoelf-Kritiker-beurteilen-Guenter-Grass-..."&gt;Artikel&lt;/a&gt; der "Welt", der vor ein paar Wochen erschien, einige interessante Äußerungen findet. Es handelt sich um eine Umfrage bei wichtigen Kunstkennern (Werner Spies, Eduard Beaucamp, Udo Kittelmann, Holger Liebs u.a.m.), die sich zu Günter Grass als Künstler äußern sollten. Das Grass-Bashing, das man da lesen kann, ist in seiner Einstimmigkeit relativ erschreckend und brutal, dabei widersprüchlich. Mal wird Grass fehlende Präzision vorgeworfen, mal wird ihm sein Realismus vorgehalten, der nämlich nicht die "Brüchigkeit" der Gesellschaft wiedergebe. Erhellend sind im übrigen die Nebenbemerkungen über andere zeitgenössische Künstler. Um nur zwei herauszugreifen: Horst Janssen, einer der wenigen wirklich genialen Könner in der deutschen Kunst des späten 20. Jahrhunderts, wird als "einförmiger Richtigzeichner" gegenüber dem als "genialer Illustrator und Künstler" bezeichneten Tomi Ungerer abqualifiziert - eine groteske Verkehrung der wahren Qualität dieser beiden Maler, und Cy Twombly mit seinen vollgekrakelten Riesenbildern ist wieder einmal das ganz große Genie. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Keiner dieser Kunstkenner, die sich tagaus tagein mit dem Kunstschaffen vergangener und heutiger Zeiten beschäftigen, hat auch nur den geringsten Schimmer davon, daß es jemandem, der malen kann, auch einfach Spaß macht, etwas abzubilden, sich in den Gegenstand zeichnend zu versenken, dem Gegenstand durch das verächtlich als "Kläubeln" bezeichnete Heraus-arbeiten seiner Strukturen eine eigene Aura der Dauer zu verleihen. Selbstverständlich muß das Ergebnis solcher Versenkung nicht "gute Kunst" sein - daß Grass, um einem solchen Anspruch gerecht zuwerden, möglicherweise technisch nicht gut genug ist, möglicherweise auch einen uninteressanten Strich hat, das mag ja alles sein. Aber die Häme, die hier über ihn ausgeschüttet wird, hat er nicht verdient.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wie weit entfernt sind sowohl Baselitz' malerische und verbale Grobheiten als auch die komplette Beliebigkeit maßgeblicher Kunstexpertise von dem, was Kunst eigentlich sein sollte. Welche Lichtjahre liegen zwischen diesem Schlamm und der Definition von Kunst, die Leszek Kolakowski, der große polnische Dichter-Philosoph, in seinem fulminanten Essay "Die Gegenwärtigkeit des Mythos" formuliert hat: &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;"...&lt;em&gt;Es gibt keine, und sei es die flüchtigste Qualität meines Welterlebens, die in der Kunst nicht als herausfordernde, weil fixierte Namengebung des Seins erstarren könnte. Das Kunstwerk ist allein durch sein Währen grenzenlos parteiisch, sofern es jeweils jede andere Möglichkeit der Seinsbenennung ausschließt. Doch es ist in dieser Intoleranz stets die Hoffnung enthalten, daß mein parteiisches Erleben sich in einen Wert zu verwandeln vermag, den ich in der Bewegung der eigenen Initiative der herkömmlichen Welt entgegenstellen kann. Damit diese Hoffnung wahrhaft in Erscheinung teten kann, muß sich mein Kunstverständnis, und ebenso das Kunstschaffen, auf die mythenbildende Kraft berufen, die ich in mir trage, denn nur dank dieser Kraft nehme ich mir den Mut, die eigene Organisation der Welt als ein aus inkongruenten und zerstrittenen Wertqualitäten zusammengesetzte auszusprechen&lt;/em&gt;."&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;P.S. vom Mittwoch, 29. September&lt;/div&gt;&lt;div&gt;In der heutigen SZ findet sich ein Interview mit der Kuratorin der Documenta 13, Carolyn Christov-Bakargiev, bei dessen Lektüre man froh darüber wird, daß es noch Maler wie Baselitz gibt, die wenigstens malen, auch wenn die Qualität ihrer Bilder diskussionswürdig ist. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Frau Bakargiev strebt nämlich eine "De-Anthropozentrierung" an, da der Mensch nicht mehr wichtig sei; ergo ist auch Kunst nicht mehr wichtig, und wenn man von ihr ablenkt, "tut man der Menschheit etwas Gutes. Oder wenigstens den Pflanzen und Tieren." Da flattern dann noch ein paar modische Begriffe wie "Narration", "Addition sehr intensiver Momente", "konzeptuell" herum, und man pflanzt einen Baum neben eine Skulptur, über den sich dann "Menschen wundern" sollen. Kunst gibt es nicht mehr. Sie ist alles, und damit nichts.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1713201808291911436?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1713201808291911436/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1713201808291911436' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1713201808291911436'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1713201808291911436'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/09/kommt-kunst-von-konnen.html' title='Kommt Kunst von Können?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-107199264533084951</id><published>2010-05-14T09:21:00.000-07:00</published><updated>2010-05-15T07:31:38.334-07:00</updated><title type='text'>Humboldt und Kunth, und wie sich ihre Ururur-Enkel begegneten</title><content type='html'>Wer Wilhelm von Humboldt war, ist bekannt. Daß seine direkten Nachkommen immer noch im Humboldtschen Stammsitz, dem &lt;a href="http://berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0519/berlin/0035/index.html"&gt;Schloß Tegel&lt;/a&gt;, wohnen, wissen nicht allzu viele. Aber daß es dort ein Familiengrab der Humboldts und eine Grabstätte ihres prominenten Erziehers &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Johann_Christian_Kunth"&gt;Gottlob Johann Christian Kunth&lt;/a&gt; gibt, das wußte meine Cousine &lt;a href="http://monikaullmann.wordpress.com/"&gt;Monika,&lt;/a&gt; geb. Kunth, die von Vancouver in Kanada zu Besuch kam, um die Stadt ihrer Vorväter und vor allem auch das Grab ihres Ururur-Großvaters zu besuchen.&lt;br /&gt;So betraten wir also an einem kühlen Mainachmittag den als "Privatbesitz" gekennzeichneten Park, der dennoch anscheinend betreten werden durfte, da ein zweites Schild darauf verwies, daß ein solches Tun "wegen Astbruch auf eigene Gefahr" erfolge. Zunächst frohgemut wanderten wir durch den Wald, der sich an der langen Schloßwiese hinzog, und erreichten schließlich einen Abhang, von dem aus die Familiengrabstätte am Ende der Wiese sichtbar wurde. Die rechteckigen Gräber zu Füßen einer von einer Statue gekrönten Säule, recht ehrfurchtgebietend mit all den klangvollen Namen auf den Grabsteinen, lagen einsam unter dem wolkigen Abendhimmel, wir umrundeten sie und schauten in alle Ecken, doch Gottlob Johann Christian Kunth war ganz eindeutig hier nicht bestattet. So lenkten wir unsere Schritte auf einer stattlichen, mit hellgrünem Frühlingslaub prunkenden Buchenallee zurück zum Schloß - wer weiß, vielleicht war der Vorfahre, der so lange der Humboldtschen Familie gedient, die Witwe beraten, das Familienvermögen verwaltet, den Park entworfen hatte, in der Nähe des Schlößchens begraben worden?&lt;br /&gt;Aber ca. fünfzig Meter vom Schloß entfernt gebot uns eine Kette mit dem Schild "Kein Zutritt" Halt. Was nun? Sollte Monika - die so bald nicht wieder aus Kanada nach Berlin-Tegel kommen würde - unverrichteter Dinge wieder zurück nach Vancouver fliegen, oder konnten, durften wir ausnahmsweise ein kleines Schild ignorieren?&lt;br /&gt;Das Schloß lag so ruhig da, keine Menschenseele weit und breit, zwar ein paar Gartenstühle draußen auf der Terrasse, aber sonst nichts. Wir schlichen um die Kette herum und näherten uns dem weißen Gebäude, suchten im Gebüsch am Rand der Terrasse und auf einem von Bäumen und Gesträuch umfriedeten Platz nach dem Grabstein, fotografierten ein paar undefinierbare Mauerreste - und da erschien plötzlich ein großer weißhaariger Mann, angetan mit einem wehenden schwarzen Mantel, gestikulierend und unübersehbar sehr böse. Und er sah exakt aus wie ein von den Toten wieder auferstandener, etwas in die Jahre gekommener Wilhelm von Humboldt; das gleiche distinguiert-strenge Gesicht mit der langen Oberlippe und den großen, schräg abfallenden Augen, das gleiche länglich zurückweichende Kinn, die schmalen Schläfen, der magere, intellektuelle Habitus.&lt;br /&gt;"Respektieren Sie bitte die Privatsphäre und entfernen Sie sich umgehend!" befahl er, und es klang sehr wütend.&lt;br /&gt;Monika indessen entfernte sich nicht, sie näherte sich dem zornigen Schloßherrn, der sie mit dem Ruf "Weg, gehen Sie, weg!" vergeblich zu verscheuchen suchte, und erklärte, daß sie eine Nachfahrin von Kunth sei und dessen Grabstätte besuchen wolle und daß sie extra aus Kanada hergekommen sei. Nun wurde der abweisende, schwarzbemantelte Mensch eine winzige Spur freundlicher - was nicht besagen soll, daß er freundlich geworden wäre - und wedelte mit der Hand unbestimmt in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Dort hinten rechts, am Abhang, dort sei das gesuchte Grabmal, und warum wir nicht an der Tür geklingelt hätten. Mit wehendem Mantel entschwand er, und wir zockelten den weiten Weg wieder zurück, gingen an der Familiengrabstätte den Abhang hinauf und entdeckten nun endlich auch einen Weg, der uns - heureka - zur Kunthschen Grabstätte führte.&lt;br /&gt;Später, im Internet, sah ich, was ohnehin klar war: daß in der Person von Monika und der Person des Schloßherrn (eines Rechtsanwalts und Notars namens Ulrich von Heinz) sich die beiden Ururur-Enkel Humboldts und seines Erziehers Kunth auf dem Boden, der die beiden Urahnen in gemeinsamer Tätigkeit erlebt hatte, begegnet waren. Und ich stelle mir vor, was die beiden Urahnen, wenn sie dieses seltsame, fast absurde Rencontre von irgendeinem Himmel aus hätten beobachten können, wohl dazu gesagt hätten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kunth&lt;/em&gt;: "Sieh an, mein werther Humboldt, da trifft Euer Ururur-Enkel auf meine Ururur-Enkelin, auf dem Boden des Schlosses, das uns in so schönen gemeinsamen Jahren vereinte, in dem Park, den ich seinerzeit mit frohem Sinn und penibler Genauigkeit zum Ergötzen Seiner Eltern gestaltet habe. Doch kann ich nicht verhehlen, daß mir die dem Privatissimum der Familie geschuldete, dennoch wenig elegante Facon, mit der Euer Nachfahr meine Nachfahrin abwies, den recht unangenehmen Eindruck einer nervösen Überreizung vermittelt hat. Ein wenig leutselige Heiterkeit, gutmütige Hinwendung hätte Eurem Nachfahren weitaus besser zu Gesicht gestanden, wenn Ihr mir diesen kleinen Tadel gestatten wollet."&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Humboldt&lt;/em&gt;: "Gewiß, mein lieber Kunth, dem kann und will ich nicht widersprechen, doch bedenket, daß der Pöbel, der zu unseren Lebzeiten noch zu manierlicher Zurückhaltung angehalten wurde, sich heute überall breitmachet und, neben anderen impertinenten Belästigungen, täuschend echte Abbildungen, man nennet sie Fotografie, von allem und jedem, so auch den privaten Gemächern meines Nachfahrn, anfertiget, die für Geld allüberall feilgehalten werden. Verständlich also auch für Euch, den überaus geschätzten Erzieher meiner Jugendjahre, die harsche Abwehr meines Nachfahrn."&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kunth&lt;/em&gt;: "Sei dem, wie es wolle, gleichwohl empfinde ich schmerzliches Bedauern ob der leichthin vertanen Gelegenheit geselligen Austauschs. Welch reizendes Gespräch hätten unsere Nachfahren führen können, gebildet und kunstverständig, wie beide sind! Meine Nachfahrin hat, wie ich höre, ein kluges, Geist und Auge ergötzendes &lt;a href="http://www.mothertonguepublishing.com/#/david-marshall/4526922979"&gt;Buch&lt;/a&gt; über einen Bildhauer ihrer zweiten Heimat Kanada geschrieben, eine ferne Gegend übrigens, die zu sehen weder meinem weitgereisten Bruder noch mir je vergönnet war..."&lt;br /&gt;Und so weiter. Wer weiß, was die Geister der Verstorbenen in den Blättern der alten Humboldteiche gewispert haben, während die Spätgeborenen fremd unter einem matten Frühlingshimmel sich begegneten und sekundenschnell wieder auseinanderstrebten, fröstelnd vor dem unmerklichen Hauch vergangenen Lebens.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-107199264533084951?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/107199264533084951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=107199264533084951' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/107199264533084951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/107199264533084951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/05/humboldt-und-kunth-und-wie-sich-ihre.html' title='Humboldt und Kunth, und wie sich ihre Ururur-Enkel begegneten'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1698742790140332874</id><published>2010-04-19T08:34:00.000-07:00</published><updated>2010-04-23T01:58:33.054-07:00</updated><title type='text'>Matthäuspassion</title><content type='html'>Wie fast jedes Jahr, sind wir zusammen mit &lt;a href="http://www.blogger.com/allesclara.blogspot.com/"&gt;Clara&lt;/a&gt; auch diesmal am Karfreitag in die Matthäuspassion gegangen. Eine mittelmäßige Aufführung im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, bei der dennoch die grandiose Musik über die Schwächen der Darbietung triumphierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Clara, in ihrer unmittelbar erlebenden Art, kommentierte dieses Erlebnis mit zwei den Kern treffenden Sätzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich dachte, alles ist vergänglich", sagte sie, und als sie am nächsten Tag zu Hause noch einmal in unsere CD-Aufnahme hineinhörte, sagte sie beim Schlußchor: "Wenn ich sterbe, möchte ich diese Musik hören."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1698742790140332874?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1698742790140332874/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1698742790140332874' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1698742790140332874'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1698742790140332874'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/04/matthauspassion.html' title='Matthäuspassion'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1197386823492660003</id><published>2010-03-01T08:47:00.000-08:00</published><updated>2010-03-01T10:03:17.400-08:00</updated><title type='text'>Alles klar, Herr Wissmann</title><content type='html'>In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" von heute mit dem früheren Verkehrsminister und jetzigen VDA-Präsidenten Matthias Wissmann wurde dieser, als Haupt-Lobbyist der Autobranche, um eine Stellungnahme zur Kritik am Lobbyismus gebeten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;SZ:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Spätestens seit der Hotel-Affäre der FDP ist klar, daß der Einfluß der Lobbyisten in Berlin zu groß ist.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wissmann:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Wir als VDA setzen auf überzeugende Argumente. Man hat in der Krise mehr als vorher gemerkt, wie sehr man einander braucht. Wichtig ist Transparenz: Man kann nicht mehreren Herren gleichzeitig dienen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Muß man ja auch nicht, wenn man Verkehrsminister hat, die nach ihrem Ausscheiden Autobranchen-Lobbyist werden. Wir warten nun darauf, daß irgendein Lobbyist aus der Pharmabranche Gesundheitsminister wird, damit dort endlich mal ein bißchen Transparenz einzieht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1197386823492660003?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1197386823492660003/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1197386823492660003' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1197386823492660003'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1197386823492660003'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/03/alles-klar-herr-wissmann.html' title='Alles klar, Herr Wissmann'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-267006150748660234</id><published>2010-02-11T05:29:00.001-08:00</published><updated>2010-04-24T05:56:35.114-07:00</updated><title type='text'>Clara hat Liebeskummer</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;Clara ist traurig. &lt;a href="http://allesclara.blogspot./"&gt;Martin&lt;/a&gt;, der Zivi, wird in zwei Wochen gehen, und in Martin ist sie verliebt - auf ihre unschuldige, kindliche Art, Dialoge zwischen Martin und seiner Freundin Jenny erfindend, mit genußvollen Seufzern "Hach Martin", über die sie selbst lacht, mit umfassender Begeisterung, wenn er zugegen ist in der Wohngruppe.&lt;br /&gt;Meistens ist Clara fröhlich, überströmend fröhlich sogar. Sie kann sich über Kleinigkeiten so freuen, daß man selbst gleichfalls gute Laune kriegt. Das Glück des kleinen Augenblicks, das genießt sie mehr, als wir es je können würden, weil sie sich ganz dem Moment, dem Augenblick hingeben kann, ohne an gestern und morgen zu denken.&lt;br /&gt;Aber wenn dann das Morgen doch einmal hineingreift in den Augenblick, wie jetzt, da sie weiß, daß Martin geht, wird sie empfindsam, nachdenklich, melancholisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich frage mich wieder einmal, warum das Schicksal, bzw. "Gott" oder bloßer, hirnloser Zufall dieses Mädchen so getroffen hat. Ich habe nicht den Trost des Gebets - "hallo, Gott, du hast da was falsch gemacht, kannst du das jetzt bitte korrigieren" - oder des selbstanklägerischen Tue-Buße-Deals mit diesem strafenden und belohnenden Gott mancher frommen Kirchgänger, die meinen, durch drei Rosenkränze, fünf Lourdes-Wässerchen und diverse Fastenkuren Gott ein Opfer oder eine Vorleistung zu geben, die er dann wunschgemäß belohnen muß.&lt;br /&gt;Nirgendwo übrigens habe ich mehr Lieblosigkeit und Mißtrauen gegenüber meiner behinderten Tochter erlebt als in konservativen kirchlichen Kreisen. Da steckt in den Köpfen die abergläubische Furcht, daß ein Behinderter ein "von Gott Gestrafter", wenn nicht gar ein "vom Teufel Besessener" sein müsse, oder daß er die "Strafe" für irgendein unaussprechliches sündhaftes Vergehen der Eltern sei. Daß man ihn einfach so, als den Menschen, der er ist, akzeptieren oder gar lieben könnte, das will erst recht nicht in diese verhärteten Köpfe und Herzen hinein. Nein, da muß der Krankensegen her, da muß man nach Lourdes fahren, da sollte man zu diesem und jenem "gnadenreichen" Ort reisen, an dem Sankt Placebo wundersame Heilungen vollbrachte. Es ist schier unglaublich, mit welch dreisten Zudringlichkeiten man seinerzeit Clara und mir zu nahe trat. Übrigens ein Grund für meinen Mann und mich (nicht der einzige), uns endgültig von der Kirche in allen ihren Ausprägungsformen, samt ihren dubiosen "Tröstungen", abzuwenden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was bleibt zu tun? Trösten, aber mit Liebe und Phantasie; den Blick nach vorn richten, auf alles Schöne, das Clara zugänglich ist; Möglichkeiten zu Erlebnissen schaffen, die ihre Seele mit Glück und Begeisterung erfüllen. Konkret: kleine Reisen, die unsere Knochen noch mitmachen, Wochenendausflüge, Konzerte, Theater, Kino, Gäste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, das ist anstrengend, ja, es macht Arbeit; ja, man möchte hin und wieder sorglos faulenzen. Aber es kommt auch zurück, das Glück und die Begeisterung, die Claras süßes Gesicht verklären und ihre blauen Augen strahlen lassen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-267006150748660234?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/267006150748660234/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=267006150748660234' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/267006150748660234'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/267006150748660234'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2010/02/clara-hat-liebeskummer.html' title='Clara hat Liebeskummer'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-5943325884395352325</id><published>2009-11-08T11:12:00.001-08:00</published><updated>2009-11-19T07:37:58.029-08:00</updated><title type='text'>Umziehen</title><content type='html'>Zehn Jahre lang sind wir nicht umgezogen. Zehn Jahre verstreichen unmerklich, wenn die Wohnung verläßlich immer dieselbe ist, wenn die immer gleichen Sträßchen des Vororts immer wieder die gleichen Jahreszeitenkleider anziehen, wenn der Gemüseladen, der Schreibwarenkiosk, der Bäcker, die Apotheke jahraus jahrein von immer denselben freundlichen Menschen, freundliche Schwätzchen haltend, bevölkert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zehn Jahre lang kein Abschied vom Gewohnten. Kein Erschrecken, - weil dieser Platz, dieser Raum, diese Stadt ab jetzt Vergangenheit, nur noch Erinnerung sein werden. Man vergaß es in dieser langen Periode, daß die Jahre verüberziehen, daß das Leben verrinnt. Daß irgendwann der Erinnernde zum Erinnerten und schließlich vergessen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun aber: Umziehen. Doch wieder neu anfangen. Doch auch diese zehn Jahre abschneiden, zum Lebensabschnitt machen, das Abgeschnittene in die Kette des Erinnerten einreihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben alles mitgenommen - unsere altgedienten Möbel, den Flügel, alle Bücher; das Porzellan, die Bilder, die Wäsche, sogar den Kater. Wir schleppen es mit, all das Altvertraute, das Liebgewonnene, das uns in der neuen Umgebung die Geborgenheit schenken soll, die die Dinge scheinbar ausstrahlen, wenn sie uns lange genug begleitet haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Dinge entfalten sich anders in der neuen Wohnung. Das dunkle Buffet, die Bücherregale, der Flügel sehen fast leicht und zierlich aus in der weitläufigen Altbauwohnung mit den hohen Fenstern und Decken. Der Flügel klingt brillanter, frischer. Durch die Fenster blickt ein weiter Himmel und prunkt mit dramatischen Wolkentürmen, glutvollen Sonnenuntergängen und zarten Grauschleiern, und von fern dringt gedämpftes Verkehrsrauschen - sehr großstädtisch, weit ausholend, belebend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine neue Geborgenheit? Sie wird sich einstellen, sie stellt sich ein, schon jetzt, wenn auch nicht mehr als Illusion der Zeitlosigkeit, die das friedliche Leben im Grünen so verführerisch machte. Nur unser Kater jammert immer mal wieder, morgens und abends, wenn ihn die Sehnsucht übermannt nach dem kleinen Garten, in dem er herumspazierte, dem Gras, auf dem er sich lang in der Sonne ausstreckte, dem Vogelgezwitscher, den vorbeisummenden Fliegen. Die kleine Loggia mit der alten Gartenbank, die wir nun statt Garten haben, die verachtet er.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-5943325884395352325?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/5943325884395352325/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=5943325884395352325' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5943325884395352325'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5943325884395352325'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2009/11/umziehen.html' title='Umziehen'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8952715263537756546</id><published>2009-06-15T19:18:00.000-07:00</published><updated>2009-06-16T13:11:49.660-07:00</updated><title type='text'>Mediziner-Tüv im Internet</title><content type='html'>Die Aok - und mit ihr weitere Krankenkassen - wollen eine Ärztebeurteilung im Internet einführen.&lt;br /&gt;Das ist doch mal eine gute Sache. Jeder Arzt wird benotet, und dann weiß der Laie, wo er in Zukunft beispielsweise seine Zähne ziehen und seine Hämmorrhoiden beseitigen lassen kann, ohne daß fatale Mißgeschicke in Form von Zahnfäule, Stuhlverhaltung und Krebs sein Leben bedrohen.&lt;br /&gt;Eine geheime Studie, die in einem breit angelegten Testversuch bereits eine große Gruppe von Patienten befragt hat, ist zu überzeugenden Ergebnissen gelangt.&lt;br /&gt;Hier einige Auszüge aus den vertraulichen Protokollen, die uns durch einen Zufall in die Hände gespielt worden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;1. Zeugnis, Aussage von Frau Maier, wohnhaft in Feldafing:&lt;/em&gt; Ja mei, der Doktor Wiesenwäldler hat mei Schwiegertochter ja unglaublich hängen lassen, die hot a Windpockeninfektion in der Familie gehobt, und der Dokter hot's net erkannt, und jetzat wern mei Enkelinnen und mei Schwiegertochter in der Kita total gemobbt, weil's do alle angsteckt hobn mit dera Windpocken! Naa, zu dem Wiesenwäldler, do gehn mir nedmer hi, ist kloar. So a Fehldiagnos! Sauerei, dös!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;2. Zeugnis, Aussage einer Frau Edelhuber&lt;/em&gt; &lt;em&gt;(die die Freundin der Sprechstundenhilfe des Arztes Wiesenwäldler ist)&lt;/em&gt;: Also i bin total zfridn mit dem Doktor Wiesenwäldler. Er verschreibt mir olles, wos i habn will, und er is immer so nett, umarmt mich und sagt, wir schaffen des scho. Also, des is so a schöne Ermutigung, da fühl i mi schon immer fast ganz gesund, und er macht auch so viel alternative Methoden, des is ja ganz umstritten bei die Kassen, aber es hilft echt super. Also wenn's nach mir geht, der kriagt bei mir die volle Punktzahl. Superarzt und Supermensch!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;3. Zeugnis, Langzeitarbeitsloser&lt;/em&gt;: I find, der Doktor Wiesenwäldler hat's immer noch verdammt gut, schreibt a Rezept und kriegt 20 €. Wenn i was schreib, krieg i gar nix, höchstens a Lacher. Behandeln tut er mi ned, der sagt mir doch glatt ins Gesicht, i soll arbeiten, und wann i dös ned tu, kann i aa ned gsund wern. Also, dös is a Eingriff in mei freie Persönlichkeitsentfaltung, die ich ned tolerieren ko. Der kriagt von mir die rote Karte, aber hallo! Der hod kei Einfühlungsvermögen, der Wiesenwäldler, dös is a unsensibler Geldsack, wann's mi frogn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;4. Zeugnis einer 90-Jährigen:&lt;/em&gt; Ein sehr einsichtiger Arzt, der Herr Doktor Wiesenwäldler. Allerdings ein bißchen stur; er wollte mir doch erst nicht mein Rohypnol und mein Lormetazepam verschreiben, das ich ja schließlich schon seit Jahren zum Schlafen nehme. Hat es aber nach meinem energischen Protest - ich mußte nur ein bißchen mit dem Stock drohen - eingesehen und frißt mir jetzt sozusagen aus der Hand. Ist zwar noch ein rechter Springinsfeld, der Doktor Wiesenwäldler mit seinen fünfzig Jährchen, aber durchaus lernfähig. Reizender Mensch, gut erzogen, manchmal ein wenig kurz angebunden, aber - und das ist eben so erstaunlich - einsichtig. Werde ihm die Höchstnote geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;em&gt;. Zeugnis einer Sprechstundenhilfe aus einer Schönheitschirurgenpraxis über den Arzt eines benachbarten Konkurrenzladens, Doktor Udo Glattleder:&lt;/em&gt; Nee, nee, der Udo Glattleder verdient seine Approbation nicht. Extrem, was der sich leistet. Kunstfehler am laufenden Band, aber hinterher wird alles - ha,ha - "schön" geredet. Noch sind ja die Promis bei ihm, aber die werden sich umgucken, wenn sie sich nach ihren Liftings im Spiegel nicht mehr wiedererkennen. Schiefe Nasen sind ja noch das wenigste, er schafft es auch, die Augen an die Schläfenseite zu verschieben und die Haut zu einem gruseligen Dauergrinsen zu spannen. Also, meiner Meinung nach - und ich kenn mich ja schließlich ein bißchen aus - ist das kein Schönheitschirurg, sondern ein Mann mit nem Riesenkomplex, der schöne Frauen nicht ertragen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;6. Zeugnis einer Patientin des Schönheitschirurgen Udo Glattleder:&lt;/em&gt; Mein Gott, Meister Udo hat wieder ein Wunder bewirkt! Ich blicke in den Spiegel, und ich sehe die junge strahlende Schönheit, die ich eigentlich immer war! Zugegeben, das Lachen fällt etwas schwerer, und die Augenlider lassen sich nicht ganz schließen, aber das sind doch peanuts im Vergleich zu dem fan-tastischen Gesamteindruck. Hans-Dieter hat mir sofort eine Reise nach Paris versprochen, wo wir uns neu einkleiden, und Udo wird auch einen Abend bei uns sein. Freu mich drauf, so ein zauberhafter Mann! ER bekommt natürlich die Bestnote mit Sternchen! Hach!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kommentare der AOK zu diesem geheimen Vorlauf-Screening lassen sich zusammenfassen in dem Resumee, daß das Klassenziel erreicht sei; die Verwirrung unter den Patienten werde durch die gegensätzlichen Beurteilungen so groß werden, daß insgesamt die Arztbesuche in den nächsten Monaten stark rückläufig sein würden. "Des ist ja des", sagte ein Erfinder des Konzepts, das sei beabsichtigt - man stelle sich nur vor, wie viele Menschen hinfort nicht mehr zum Arzt gehen würden! Ein Kostenersparnisfaktor, den es so nie gegeben habe!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem erfreulichen Resumee verlagerte sich die Besprechung des Testversuchs in die nächste Bar, und man feierte angemessen bis zum nächsten Morgen, denn Gelder für solche wohlverdienten Outings werden in Zukunft reichlich vorhanden sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8952715263537756546?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8952715263537756546/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8952715263537756546' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8952715263537756546'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8952715263537756546'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2009/06/nedizinertuv-im-internet.html' title='Mediziner-Tüv im Internet'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-9147943317270588467</id><published>2009-04-29T10:48:00.000-07:00</published><updated>2009-04-29T13:19:45.406-07:00</updated><title type='text'>Ad astra</title><content type='html'>&lt;em&gt;Während Simon Solbergs "Faust", einer Hausproduktion des Münchner Volkstheaters, die anfangs so &lt;strong&gt;klare Luft der Befreiung vom Goethe-Text&lt;/strong&gt; bald ausgeht...&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(Egbert Tholl, SZ 25.04.09 in einer Besprechung des "Radikal Jung"-Theaterfestivals, Hervorhebung von mir)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;em&gt;Unsere 40 Millionen Kunden haben 85 Millionen Gratis-SMS verschickt. Das ist ein Rekord. Es übersteigt deutlich die Zahl vom Neujahrstag 2009." &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(Dirk Wende, Unternehmenssprecher T-Mobile, über den Erfolg des Wiedergutmachungsangebots der T-Mobile für einen Netzausfall, bei dem die Kunden einen Sonntag lang kostenlos SMS verschicken durften.)&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Wagner: &lt;em&gt;Verzeiht! es ist ein groß Ergetzen, &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Faust: &lt;em&gt;O ja, bis an die Sterne weit!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(Goethes "Faust I")&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-9147943317270588467?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/9147943317270588467/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=9147943317270588467' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/9147943317270588467'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/9147943317270588467'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2009/04/reine-luft.html' title='Ad astra'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1282445023318741579</id><published>2009-02-11T12:36:00.000-08:00</published><updated>2009-02-11T12:39:02.448-08:00</updated><title type='text'>Judith Butler und ihre Fans: Wie tolerant sind Intellektuelle?</title><content type='html'>&lt;em&gt;Riesige Pilgerscharen warteten ... im Foyer ... der Freien Universität Berlin. Theoriefreaks, studentisches und poststudentisches Publikum, Butler-Look-Alikes, gemischtgeschlechtliche Gender-Performer... Eine Mischung aus gespannter Aufmerksamkeit, Party-Atmosphäre und Großereignis durchwehte den Raum. Die Rhetorik-Professorin aus Berkeley, ein Star der zeitgenössischen Philosophie, hielt die zweite "Hegel-Lecture" des "Dahlem Humanities Center", das vor zwei Jahren im Zug der Exzellenzinitiative gegründet wurde.Im überfüllten Audimax - in vier weitere Hörsäle wurde per Video übertragen - hatten es die Einführenden nicht leicht: Ursula Lehmkuhl, Vizepräsidentin der FU, wurde schlichtweg ausgelacht, als das Reizwort "Exzellenzuniversität" zum ersten Mal fiel, die Ausführung der FU-Erfolgsstory ging in Buh-Rufen unter. Ein Hauch von Revolte breitete sich aus - wann waren diese Räume wohl zuletzt so zum Bersten gefüllt? - als Joachim Küpper, Sprecher des Dahlem Humanities Center, zu einer zweiten Ruhmrede anhob. Dieses Publikum wollte weder vom "Pathos der Freiheit" noch von den Leistungen der Universität etwas hören, es wollte seinen Star, und zwar sofort... (SZ vom 10. Februar 2009)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fühlte mich bei der Lektüre dieses Berichts an die Studentenrevolte der ausgehenden 60er erinnert, die ich - leider - in Marburg miterleben mußte: die gleiche arrogante Unverschämtheit, mit der damals Professoren mundtot gemacht wurden, die gleiche latent gewaltbereite Ungehobeltheit, der gleiche Hype um Pseudogrößen, um sogenannte "Stars" der intellektuellen "Szene" (kann es überhaupt so etwas geben, wenn es um Wissenschaft und Wahrheit geht: "Stars"? Stars -Sterne - pflegen zu blenden, und das ist weder der Logik noch der Wahrheitsfindung zuträglich, ebensowenig wie ein Freund der Wissenschaft zugleich der "Fan" - d.h. der fanatische Verehrer eines wie auch immer gearteten Wissenschaft-Stars - sein kann.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber letztlich nicht verwunderlich, daß es gerade solche "Fans" - im Klartext: Wissenschaftsmoden nachbetende Halbintelligenzen - waren, die sich derartig aufführten, und doppelt und dreifach nicht erstaunlich, daß es Jünger von Judith Butler waren. Denn die Lizenz zum individuellen Sich-daneben-Benehmen schwirrt seit der Romantik durch die unreifen Köpfe unserer Intellektuellen, und Judith Butlers Theorien sind nichts anderes als sprachlich verklausulierte und modisch aufgeputzte Versionen unausgegorener romantischer Ideen von der beliebigen Formbarkeit der Realität durch das Individuum, der unendlichen Wandelbarkeit des Ich und der unbegrenzten Verfügbarkeit alles Wirklichen für den frei umhervagabundierenden romantischen Geist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für eine feministisch orientierte Gender-Theoretikerin mag es ja naheliegend sein, daß sie die biologische Tatsache der Aufteilung der Menschheit in zwei Geschlechter bezweifelt und lieber von der sprachlichen "Performance" abhängig machen möchte, aber es läßt sich nun einmal nicht bestreiten, daß unser Geschlecht durch die Beschaffenheit unserer Chromosomen und nicht durch sprachliche Vereinbarungen festgelegt wird. Ebenso darf der Erkenntnisgewinn des "Frame"-Begriffs bezweifelt werden; das ist doch einfach nur ein schicker Name für den schon immer von denkenden und kommunizierenden Menschen geübten Vorgang des Analysierens, Beschreibens und Publizierens.Vollends trivial - um das hier auch noch kurz loszuwerden - erscheint mir außerdem Butlers Berufung auf Hegels Definition des Ich als "nicht völlig festgelegte, nicht völlig umgrenzte Entität". Das heißt, eigentlich ist hier Hegel schon trivial, denn diese Definition des Ich beschreibt einfach nur etwas Lebendiges; alles, was lebt, ist nunmal nicht "völlig festgelegt und umgrenzt", im Unterschied zur toten Materie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, bis hierher und nicht weiter. Lohnt sich nämlich nicht. Und um das nur nochmal zu sagen: Egal, wie lächerlich die Begriffe "Exzellenzuniversität", "Humanities center" sind und was der Geier es sonst noch im Zuge der Universitätsreformen gibt, es ist trotzdem rüpelhaft, intolerant und pubertär, einen Redner, der nur seine Pflicht tut, durch Buhrufe und Gelächter niederzumachen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1282445023318741579?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1282445023318741579/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1282445023318741579' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1282445023318741579'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1282445023318741579'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2009/02/judith-butler-und-ihre-fans-wie.html' title='Judith Butler und ihre Fans: Wie tolerant sind Intellektuelle?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-3648900517491086537</id><published>2008-12-20T09:14:00.000-08:00</published><updated>2009-11-27T12:49:38.709-08:00</updated><title type='text'>Glänzende Aussichten</title><content type='html'>Sie hat doch auch ihr Gutes, die Weltwirtschaftskrise: weniger Autos, weniger Abgase, weniger Resourcenvernichtung, weniger Treibhauseffekt - etwas Besseres könnte unserem blauen Planeten doch gar nicht passieren.&lt;br /&gt;Und was ist mit den vielen Arbeitslosen? Nun, dank unserer verdienstvollen deutschen "Arbeitsagenturen" gibt es auch hier Licht am Horizont. Denn die machen sich wirklich Gedanken, wie sie die Langzeitarbeitlosen in passende Ein-Euro-Jobs vermitteln. Wie ein aktueller Fall zeigt, wird in den Agenturen neuerdings umsichtig und sensibel auf die ehemaligen Fachgebiete der HartzIV-Menschen reagiert.&lt;br /&gt;So darf ein arbeitsloser Kunststoffingenieur nun für 1,50 € Stundenlohn an 30 Wochenstunden Bäumchen mit Wildschutzfolie umwickeln; Kunststoff und Folie, das paßt doch, werden sich die Leute von der Agentur gesagt haben.&lt;br /&gt;Schwer zu verstehen, daß der undankbare Ingenieur nichts mit Wildschutzfolien zu tun haben wollte und gegen die Arbeitsagentur geklagt hat, und natürlich hat der Mann nicht Recht bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus der Palette der zahlreichen Möglichkeiten für weitere HartzIV-Empfänger hier ein paar Vorschläge:&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Architekten&lt;/strong&gt; (von denen es ja ziemlich viele ohne Arbeit geben soll) könnten bei der Fenster- und Gebäudereinigung von Schulen und Krankenhäusern ihr Fachwissen einbringen,&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Germanisten&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Journalisten&lt;/strong&gt; wären dank ihrer professionellen Lesekompentenz hervorrragend für die Verteilung von Gemeindeblättchen geeignet, aber auch bestens bei der Post verwertbar, die ja ohnehin sparen muß (oder will),&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Physiker&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Chemiker&lt;/strong&gt; könnten wahlweise zur Rohrreinigung, zu Kanalarbeiten oder Abwasserreinigung herangezogen werden,&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Handwerker&lt;/strong&gt; jeglicher Provenienz wären wegen ihrer technischen Fähigkeiten fast überall in der gemeinnützigen Arbeit einsetzbar, egal, ob es sich um die Beseitigung von Müll, das Entfernen von Hundehäufchen oder das Sichern von Schwimm- und Eislaufhallendächern handelt,&lt;br /&gt;und &lt;strong&gt;Schauspieler&lt;/strong&gt; könnten mit ihrer professionell geschulten Körpersprache der Verkehrspolizei beim Regeln des Verkehrs zur Hand gehen.&lt;br /&gt;Für arbeitslose &lt;strong&gt;Philosophen&lt;/strong&gt; und T&lt;strong&gt;heologen&lt;/strong&gt; wird's ein bißchen schwieriger, aber auch hier würden sich Betätigungsfelder in der Friedhofsarbeit und der Grabsteinpflege eröffnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blicken wir also voller Vorfreude und Erwartung dem umweltschonenden und arbeitslosenfreundlichen neuen Jahr entgegen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-3648900517491086537?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/3648900517491086537/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=3648900517491086537' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3648900517491086537'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3648900517491086537'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/12/great-expectations.html' title='Glänzende Aussichten'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8088192518865593371</id><published>2008-10-29T09:55:00.000-07:00</published><updated>2008-10-30T06:10:08.940-07:00</updated><title type='text'>Herr B. fährt Bahn (eine wahre Geschichte)</title><content type='html'>Herr Dieter B. fuhr eigentlich nie mit der Bahn. Reisen tat er zusammen mit seiner Frau, und das war mit dem Auto erstens billiger und zweitens schöner. Aber nun mußte Herr B. spontan jemanden treffen - wen und warum tut hier nichts zur Sache -, ohne seine Frau und dreihundert Kilometer weit weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, also doch mal Bahn fahren. Wird auch mal Zeit, sagte Frau B., du paßt doch gut zur DB, mit deinem Namen. Herrn B.s Frau war sogar beim Internetservice der Bahn registriert, und so wollte sie ein Ticket für ihren Mann ausdrucken. Allerdings mußte sie feststellen, daß dies nicht ging: das unter ihrer Registrierung ausgedruckte Ticket wäre nicht übertragbar gewesen, die Bahn glaubte offenbar Herrn B. oder sonst jemandem nicht, wenn er mit dem Ticket seiner Frau oder Freundin kam und behauptete, die hätte das für ihn ausgedruckt und bezahlt. Und ohne Registrierung ausdrucken ging auch nicht, weil Herr B. dafür eine Kreditkarte benötigt hätte, und die besaß er nicht, aus Prinzip. Na gut, sagte Frau B., man kann zwar bei Tchibo und bei Karstadt und bei Amazon und überhaupt überall ohne Kreditkarte im Internet einkaufen, aber unsere Deutsche Bahn ist eben etwas Besonderes, die sind mißtrauisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So fuhr Herr B. zum Bahnhof und stellte sich in die Schlange an einem Schalter. Nach fünfundzwanzig Minuten stand er immer noch dort. Die Kundin, die sich seit einer knappen halben Stunde am Schalter beraten ließ, hatte offenbar sehr viel Zeit und noch mehr Fragen. Herr B. war so euphorisch, als er endlich drankam, daß er zu seinem Ticket noch gleich eine Bahncard25 kaufte. Wer weiß - vielleicht würde er in Zukunft ja öfter mit der Bahn...?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen war Chaos am Bahnhof. Die Bahn hatte ihre ICE-Züge aus dem Verkehr nehmen müssen, weil irgendwas mit den Rädern nicht stimmte. Mit zwei Stunden Verspätung kam Herr B. schließlich an seinem Zielort an, ausgehungert, weil es nichts zu essen gegeben hatte in der Bahn, und sehr durstig, weil auch niemand etwas zu trinken angeboten hatte.&lt;br /&gt;In der Bahnhofslounge pries eine Speisekarte zwar so herrliche Dinge wie "drei kleine Schweinemedaillons mit Ofenkartoffeln" an, aber dieses Essen, das aus zwei Fleischstücken und Kartoffeln bestand, schmeckte nicht einmal nach nichts, das wäre ja noch zu ertragen gewesen, sondern scheußlich. Trotzdem, sozusagen aus wissenschaftlichem Interesse, fragte Herr B. den Kellner, wieso es denn nur zwei Medaillons seien, anstatt der auf der Speisekarte angekündigten drei. Der Kellner behauptete, diese Medaillons seien größer als die drei kleinen, die sie sonst servierten - drum. Die Toilette dieser Bahnhofslokalität paßte zum Essen. Ein Becken war kaputt, im Seifenspender befand sich keine Seife, und der Papierbehälter zum Händeabtrocknen war leer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Rückfahrt, die erstaunlicherweise ohne Verspätung ablief, saß Herr B. hinter einer Frau, die ohne Unterbrechung und lautstark Geschäftsgespräche auf ihrem Handy führte. Als die vorpubertäre und extrem gelangweilte Tochter der Frau auch anfing, in ihr Handy zu sprechen, wurde sie von ihrer Mutter zurechtgestaucht, daß sie nicht so laut sein solle, hingegen wagte keiner der Mitreisenden, die Mutter in ähnlicher Weise zu ermahnen. Herr B. hatte wieder großen Durst, aber kein freundlicher oder unfreundlicher Servicemensch erbarmte sich seiner. Trotz seines Durstes fand Herr B. es irgendwann erforderlich, die Zugtoilette aufzusuchen. Doch die beiden Toiletten an den Wagendurchgängen waren, wie ein Zettel an den Toilettentüren mitteilte, defekt. Vor der weiter entfernten, funktionierenden Toilette drängte sich eine lange Schlange von Zugreisenden. Herr B. kehrte an seinen Platz zurück, entfaltete die Tageszeitung und las, daß die Bahnvorstände bei einem Börsengang der Bahn sechsstellige Sonderzahlungen erhalten würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Bahnhof seiner Heimatstadt angekommen, zerriß Herr B. seine Bahncard25 und streute die Schnipsel in einen überquellenden Bahnhofsabfallkorb. Und er schwor sich, seinen Namen nie mehr mit D.B. abzukürzen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8088192518865593371?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8088192518865593371/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8088192518865593371' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8088192518865593371'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8088192518865593371'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/10/herr-b-fhrt-bahn-ein-fast-wahre.html' title='Herr B. fährt Bahn (eine wahre Geschichte)'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-829429270390123263</id><published>2008-10-14T11:05:00.000-07:00</published><updated>2008-10-22T03:10:01.338-07:00</updated><title type='text'>Fernsehen ist doof</title><content type='html'>Nach Marcel R.'s spektakulärem Auftritt beim deutschen Fernsehpreis war die Branche high. Bei der angesagtesten Party im Anschluß an die Gala sollen verschiedene bekannte Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Politik Marcel R.'s Fernsehschelte zustimmend kommentiert haben, und das hörte sich etwa so an:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elke H. &lt;/em&gt;(Literaturpäpstin)&lt;em&gt;:&lt;/em&gt; Fernsehen ist doof, hab ich immer gesagt. Leute, lest lieber, sag ich immer, es gibt so viele gute Bücher, guckt einfach mal in meine Sendung, dann habt ihr Lesestoff und müßt nicht mehr meine Sendung gucken. Daß ich das mit den Büchern mache, ist ja eigentlich nur ehrenamtlich, das bißchen, was ich dafür kriege, das sind doch Peanuts im Vergleich zu dem, was der Ackermann so einstreicht, und der tut nix für die Bildung, so wie ich. Also die solln mich ruhig rausschmeißen, diese verknöcherten Idioten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Hans J.&lt;/em&gt; (ZDF-Programmchef): Die Elke geht doch sowieso, aber den Marcel, den müssen wir uns warmhalten. Klasse, der Mann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Veronika F.&lt;/em&gt; (Actrice, vom Busenwunder zur Empörungs- und Charakterdarstellerin aufgestíegen): Also der Herr Reich, der hat ja ein wunderbares Temperament, ein Vulkan, und das mit achtundachtzig. Ich finde, er hat da was ganz ganz Wichtiges gesagt, man muß echt auf mehr Niveau achten im Tievie, also das tue ich auch, ich wähle meine Projekte ja sehr sehr kritisch aus, und wenn das alle tun würden, dann hätten wir ein ganz anderes Niveau im deutschen Fernsehfilm. Danke, Marcel, ich fand das ganz ganz großartig, was du da gemacht hast. (&lt;em&gt;Sie eilt auf Marcel R. zu, der umringt ist von Bewunderern, und drückt ihm, bevor er sich abwenden kann, einen herzlichen Kuß auf die Greisenwange&lt;/em&gt;.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Josef L.&lt;/em&gt; (Fernsehkoch): Stimmt schon, Fernsehen ist total doof, vor allem, wenn keine Kochsendungen laufen, versteh gar nicht, wieso die Leute dann überhaupt einschalten. Also ich hab den Marcel mal beim Essen kennengelernt, da hatte ich das Gefühl, daß der unheimlich gern ißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Günther J.&lt;/em&gt; (nebem Thomas G. Deutschlands bekanntester TV-Moderator): Natürlich ist Fernsehen doof, und je besser dann bestimmte Sendungen sind, die von den wenigen intelligenten Leuten in dieser Branche moderiert werden, desto krasser zeigt sich die Doofheit des alltäglichen TV-Schlamms. Nur so ist es doch zu verstehen, daß man mich (&lt;em&gt;charmantes selbstironisches Lächeln&lt;/em&gt;) für den intelligentesten Mann Deutschlands hält...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Angie M.&lt;/em&gt; (Bundeskanzlerin): Das Massenmedium Fernsehen hat natürlich Schwächen, aber wir sollten doch dankbar sein für die Freiheit der Meinungsäußerung, die in diesem Land auch einem extrem formulierenden Medienkritiker wie Herrn R. Raum für einen solchen Auftritt gibt. Die Tragik des von mir immer bewunderten Herrn R. ist es, daß ein selbstreferentielles System wie das Fernsehen auch den, der es bekämpft, zum funktionierenden Teil des Sytems macht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(&lt;em&gt;an dieser Stelle wird Angie M. von Josef A., Bankier, zur Seite genommen und in ein längeres, mit gedämpfter Lautstärke geführtes Gespräch verwickelt&lt;/em&gt;.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Klaus W.&lt;/em&gt; (Berliner Oberbürgermeister), &lt;em&gt;gutgelaunt und mit dem fünften - oder sechsten? - Glas Moet Chandon in der Hand&lt;/em&gt;: Fernsehen schwallt, und das ist nicht gut so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Josef A. (Bankier) hat das Gespräch mit Angie M. beendet und nähert sich Marcel R., der gerade mit dem Werbechef von Telekom angestoßen hat:&lt;/em&gt; Ich bin Ihnen ja so dankbar, Herr R.! Endlich redet man mal nicht von uns! Wie wär's, ich hatte da so eine Idee - wir würden gern einen neuen Preis stiften, für mutige TV-Journalisten und Persönlichkeiten wie Sie, die kein Blatt vor den Mund nehmen: dürften wir diesen Preis nach Ihnen benennen? Und vielleicht sogar durch Sie überreichen lassen? Übernachtung mit Frühstück und Reisekosten werden selbstverständlich erstattet, und auch sonstige Kosten werden...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Hier schwappte die Party akustisch über den beiden Herrschaften zusammen, und der Rest ging in den wummernden Bässen der Band "Einstürzende Neubauten" unter.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;P.S. Wie man hört, möchte Elke H. einen besseren Sendeplatz für "Lesen!", und Marcel R. erklärt, daß die Werbung, die die Telekom mit einem Foto von seiner Fernsehschelte macht, ein Mißverständnis sei.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-829429270390123263?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/829429270390123263/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=829429270390123263' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/829429270390123263'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/829429270390123263'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/10/fernsehen-ist-doof.html' title='Fernsehen ist doof'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-7967522144908811798</id><published>2008-10-06T09:41:00.000-07:00</published><updated>2008-10-06T10:08:41.323-07:00</updated><title type='text'>Volkes Stimme</title><content type='html'>Heute im Schwimmbad war aus der Umkleidekabine nebenan folgender Monolog zu hören (männlich, bayrisch, etwas älter, aber nicht zittrig oder heiser oder ähnl.):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Herrschaftszeiten, dös san alles Verbrecher. Alles Verbrecher. Standrechtlich erschießen sollt man die. (Pause). Eingesperrt gehören die, bei Wasser und Brot. Bis sie eingehn. Dumm wie die Schafe. Schafe san's alle. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dieser verbalen Entladung waren nur noch gutgelaunte Schnaufer und ansatzweises Summen einer bayrisch und volksmusikartig anmutenden Melodie  zu hören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich frage mich: Wen meinte der deftige Volkstribun? Die Banker von Hypo Real Estate? Oder die Bundesregierung, die HRE mit zweistelligen Milliardensummen künstlich am Leben hält?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dafür, daß genau diese  - und eben nicht die Nachbarn oder die Frauen oder die Ausländer gemeint waren - spräche, daß ich Derartiges noch  nie aus einer Badekabine vernahm. Nach den diversen Diskussionen von Fachleuten in Funk und Fernsehen, den vielfältigen Kommentaren in den Printmedien, abwägend, abwiegelnd, vernünftig, ein etwas anderer Kommentar, der zumindest eines ausdrückt, was ich sonst nirgends gehört habe: das Entsetzen  um die Kaltschnäuzigkeit, mit der dieses unvorstellbar viele Geld verbrannt worden ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-7967522144908811798?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/7967522144908811798/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=7967522144908811798' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7967522144908811798'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7967522144908811798'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/10/volkes-stimme.html' title='Volkes Stimme'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8649715086107695819</id><published>2008-09-22T10:13:00.000-07:00</published><updated>2009-10-12T02:58:39.876-07:00</updated><title type='text'>Pränatale Diagnostik?</title><content type='html'>"Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU), hofft auf eine Verringerung sogannter Spätabtreibungen. Um die Zahl der Abtreibungen zu senken, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgen, nachdem eine Schädigung oder Behinderung des Ungeborenen festgestellt worden ist, müsse die Beratung verbessert werden und eine dreitägige Bedenkzeit eingeführt werden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu dieser Meldung gab es am 21.9.2008 eine Diskussion im Deutschlandfunk. Man war sich einig, daß das Leben mit behinderten Kindern "viel Freude machen" könne und daß Frauen, die durch eine Gendiagnostik von einer Behinderung ihres ungeborenen Kindes erfahren, beraten werden und Bedenkzeit bekommen sollten, so daß sich vielleicht etwas weniger als die bisherigen 90 Prozent zur Abtreibung entschließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was nicht angezweifelt und dementsprechend nicht diskutiert wurde, ist die pränatale Diagnostik selbst. Dabei liegt hier der eigentliche Kern des Problems.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn sowohl die pränatale Diagnostik wie auch die oben erwähnten Pläne einer mehrtägigen Bedenkzeit gehen davon aus, daß die Eltern durch eine ausführliche Beratung zu einer sinnvollen und gerechten Entscheidung bezüglich des Lebensrechts ihres behinderten Fötus und ihrer eigenen Lebensgestaltung kommen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Voraussetzung aber ist fehlerhaft. Man kann keine Entscheidung über eine zukünftige Situation treffen, deren Koordinaten man nicht kennt. Man kennt weder die eigenen Fähigkeiten und Kräfte, die man in einer unbekannten Situation entwickeln wird. Man kennt auch nicht die Reaktion auf die Behinderung des eigenen Kindes. Sie wird realiter immer eine andere sein als die imaginierte. Man kennt ferner nicht die Entwicklung des behinderten Kindes, m.a.W., weiß noch nicht, wie sich dieses Kind mit seiner individuellen Behinderung "einrichten", welche besonderen Eigenschaften es haben wird, wie seine Sozialisierung aussehen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So werden mit dem Wissen um die Behinderung des Kindes im Mutterleib die Eltern zu einem Zeitpunkt vor die unwiderrufliche Entscheidung über Leben oder Tod dieses Kindes gestellt, an dem sie nicht in der Lage sind, über die Sinnhaftigkeit und den "Wert"des Lebens, das da wächst, zu entscheiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sollen sie auch wissen, daß gerade die Fürsorge für ein hilfsbedürftiges Kind ungeahnte Kräfte zu mobilisieren vermag. Es hat durchaus seinen Sinn, daß man generell nicht die Katastrophen kennt, die die eigene Biographie für einen bereithält. Wie oft stellt sich eine sogenannte "Prüfung", bzw. ein "Unglück", als Lebensprobe heraus, aus der man gestärkt hervorgeht! Ein leichtes, von Krankheit, Trauer, Schmerz und Zweifel unbehelligtes Leben mag angenehm, mag "schön" sein, doch es ist weder die Regel, noch unbedingt wünschenswert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Grundsätzlich stellt  sich natürlich die Frage, ob Eltern oder Ärzte überhaupt JEMALS in der Lage sind, über den Wert oder Unwert eines Lebens zu entscheiden, bzw. ob ihnen überhaupt ein lebensentscheidendes Recht zukommt. Wenn wir dies bejahen, bejahen wir auch die Praxis der Nationalsozialisten, die Behinderte als "lebensunwertes Leben" brandmarkten und damit deren Ermordung rechtfertigten. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die einzig mögliche Antwort ist die, daß es kein "lebensunwertes" Leben gibt.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;Daß sich aus dem Nein zur pränataldiagnostisch begründeten Abtreibung auch ein Nein zur millionenfach ausgeübten "normalen" Abtreibung ergibt, ist evident.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8649715086107695819?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8649715086107695819/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8649715086107695819' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8649715086107695819'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8649715086107695819'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/09/prnatale-diagnostik.html' title='Pränatale Diagnostik?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8413200446524890630</id><published>2008-05-24T05:53:00.000-07:00</published><updated>2008-05-24T08:01:58.432-07:00</updated><title type='text'>Eheszenen, II</title><content type='html'>Ort: Das Restaurant eines Kaufhauses in München. Spektakulärer Blick über die Dächer und auf die Frauenkirche.&lt;br /&gt;Am Nebentisch, direkt am Fenster, ein altes Ehepaar. Er ein alterskrummer dürrer Greis, tief über den Tisch gebeugt, eine vorspringende scharfe Vogelnase über schmallippgem kleinem Mund, fliehendem Kinn und faltig sich im Hemdkragen verlierendem eingesunkenem Hals. Tadelloser beiger Anzug, helle kleine Äuglein, die unruhig mal aus dem Fenster, mal auf seinen Teller, mal auf die gegenübersitzende Begleiterin springen. Die Ehefrau eine noch ganz propere, aber farblos-biedere Erscheinung, dunkle, brav am Hinterkopf zusammengesteckte Haare, ovales blasses Gesicht; die Kleidung gediegen und unauffällig - gutbürgerlich mit Perlenkette.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide schweigen eine Weile. Dann schaut sie auf ihre Armbanduhr. "Tja, es wird halt Zeit für mich", sagt sie in verhalten wienerischer Dialekteinfärbung.&lt;br /&gt;Der alte Herr wird sofort ganz kregel. "Zeit? Ja, wieso denn? Nie hast du eine Zeit! Was willst denn noch machen, bittschön?"&lt;br /&gt;Sie: "Ich müßt halt noch was besorgen."&lt;br /&gt;Er: "Besorgen? Was denn besorgen! Immer mußt du noch was besorgen! Das ist doch ein Unsinn! Was willst denn noch besorgen!"&lt;br /&gt;Sie murmelt etwas Unverständliches.&lt;br /&gt;Er: "Also ich könnt hier noch drei Stunden sitzen. Ist doch schön hier. Aber du hast ja keine Zeit!"&lt;br /&gt;Sie schweigt und bleibt sitzen.&lt;br /&gt;Er: "Was hast zu trinken gehabt?"&lt;br /&gt;Sie: "Einen Tee mit Zitrone."&lt;br /&gt;Er: "Was hat der Tee denn gekostet?"&lt;br /&gt;Sie: "Nichts."&lt;br /&gt;Der alte Herr fährt regelrecht zusammen, kurzfristig ist er aus dem Konzept gebracht. Dann kichert er. "Nichts? Geh, was soll das heißen? Nichts? das kann doch nicht sein!"&lt;br /&gt;Sie zuckt die Achseln. "Sechzig Cent", sagt sie schließlich.&lt;br /&gt;Der Greis kichert wieder. "Sechzig Cent? Ah geh."&lt;br /&gt;Sie zuckt nur wieder die Achseln. Er kichert und kramt sein Portemonnaie heraus, öffnet es umständlich, stiert hinein und fingert ein paar Geldstücke heraus, die er der Frau gibt. Dabei murmelt er: "Klinglinglinglingling, klinglinglingling, klinglinglinglingling."&lt;br /&gt;Sie steckt das Geld ein. Dann erhebt sie sich und geht. Ihr Gesicht ist von geradezu erhabener Unbewegtheit, nur um die Mundwinkel sitzen ein paar kleine feine Resigantionsfältchen.&lt;br /&gt;Er ruft ihr nach: "Gell, du vergißt mich hier nicht."&lt;br /&gt;Sie geht weiter, ohne zu reagieren.&lt;br /&gt;Der alte Herr kramt wieder in seinem Portemonnaie. Er brabbelt nun, außer "klinglingling", noch andere seltsame Lautketten vor sich hin, wie "loiloiloi", "dudeldudeldudel", "dildildildil".&lt;br /&gt;Irgendwann ist er still, guckt mal zum Fenster hinaus, mal zu unserem Tisch hinüber, dann wieder auf seinen Teller.&lt;br /&gt;Nach etwa fünfzehn Minuten kommt seine Frau zurück. Sie setzt sich wieder. Beide schweigen. Der Alte fingert an einer Serviette auf seinem Tablett herum, reicht sie seiner Frau und sagt: "Da, die ist noch sauber, die kannst du einstecken."&lt;br /&gt;Sie nimmt die Serviette und legt sie auf ihrem Tablett ab.&lt;br /&gt;Der Alte nimmt eine zweite Serviette von seinem Tablett auf, faltet sie neu, so daß die Innenseite nun außen liegt, und tupft sich den Mund ab. "Also, ich muß nicht nach München fahren", sagt er, "es ist eine ganz schöne Stadt, sicher, aber ich muß das nicht."&lt;br /&gt;"Gehen wir?" sagt sie. Beide erheben sich und gehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8413200446524890630?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8413200446524890630/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8413200446524890630' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8413200446524890630'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8413200446524890630'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/05/eheszenen-ii.html' title='Eheszenen, II'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-5776850221582328092</id><published>2008-05-01T09:22:00.000-07:00</published><updated>2008-05-01T10:49:46.873-07:00</updated><title type='text'>Ach, ihr armen Frauen</title><content type='html'>Sie können einem leid tun, die schrillen Frauen, die seit Charlotte Roches Bestseller "Feuchtgebiete"  sich gegenseitig übertönen und nicht müde werden zu beteuern, wie selbstbestimmt und frei sie sind, wie schön sie es finden ins "Puff" oder Peepshows zu gehen, wie sehr sie sexuelle Erniedrigung genießen, usw. usf.&lt;br /&gt;Da wuseln sie alle herum, betrachten ihre Genitalien und merken nicht, was sie längst verloren oder nie besessen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich lese ein Gedicht von Theodor Storm, das nicht von der Sexualität, sondern von der Liebe handelt und von der vergehenden Zeit, in der - trotz aller Unwiederbringlichkeit - die Liebe Bestand hat:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Gedenkst du noch, wenn in der Frühlingsnacht&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Aus unserm Kammerfenster wir hernieder&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zum Garten schauten, wo geheimnisvoll&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Im Dunkel dufteten Jasmin und Flieder?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der Sternenhimmel über uns so  weit,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und du so jung; - unmerklich geht die Zeit.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wie still die Luft! Des Regenpfeifers Schrei&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Scholl klar herüber von dem Meeresstrande;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und über unsrer Bäume Wipfel sahn&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wir schweigend in die dämmerigen Lande.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nun wird es wieder Frühling um uns her;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nur eine Heimat haben wir nicht mehr.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nun horch ich oft, schlaflos in tiefer Nacht,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ob nicht der Wind zur Rückfahrt möge wehen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wer in der Heimat erst sein Haus gebaut,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der sollte nicht mehr in die Fremde gehen!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nach drüben ist sein Auge stets gewandt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Doch eines blieb - wir gehen Hand in Hand.&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-5776850221582328092?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/5776850221582328092/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=5776850221582328092' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5776850221582328092'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5776850221582328092'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/05/ach-ihr-armen-frauen.html' title='Ach, ihr armen Frauen'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1261891133555858754</id><published>2008-04-09T11:25:00.000-07:00</published><updated>2008-10-01T09:06:45.501-07:00</updated><title type='text'>Unsere Sprache soll arschiger werden!</title><content type='html'>Schon seit geraumer Weile haben Vorzeige- und andere Intellektuelle, wie Journalisten, Moderatoren, Verlagsleiter und Autoren kein Problem damit, das, was sie sagen wollen, ungeschönt und insbesondere mit Ausdrücken aus der Anal-, Fäkal- und Vulgärsphäre zu formulieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man ist also nicht beleidigt, sondern angepißt; man hat keine Vorahnung, sondern "es im Urin", ein Ekel ist mindestens ein Arschloch - wie überhaupt die Arsch-Metaphern fast unerschöpflich sind: da gibt es Stöcke im Arsch, Leute reißen sich denselben auf oder sitzen auf ihm zu lange, haben Hummeln oder Blei darin, lachen ihn ab, verarschen sich gegenseitig und was der schönen Bilder mehr sind. Das englische "fuck" und "fucking" im Sinn von "Scheiße", das übrigens die Einstellung der angelsächsischen Menschheit zur "schönsten Sache der Welt" in etwas zweifelhaftem Licht erscheinen läßt, ist sozusagen zum täglichen sprachlichen Brot unserer publizistischen und studentischen Elite geworden. Ganz zu schweigen von dem Bestseller der Saison namens "Feuchtgebiete", den eine gewisse Charlotte Roche verfaßt hat und der von Analfissuren, Hämorrhoiden, Genitalien undsoweiter handelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und trotzdem garnieren wir unseren kommunikativen Alltag immer noch mit unverfänglichen Harmlosigkeiten wie "Grüß Gott" bzw. "Guten Tag", "auf Wiedersehen", "guten Appetit", "alles Gute"? Herrschaften, das muß anders werden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier ein paar Vorschläge:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grüß Gott: &lt;em&gt;Leckdi&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Guten Tag: &lt;em&gt;Leckdich&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;auf Wiedersehen: &lt;em&gt;zieh den Arsch ein &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;tschüs - besonders elegant ersetzbar durch:&lt;em&gt; schiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;guten Appetit: &lt;em&gt;frohes Fressen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;alles Gute: &lt;em&gt;frischen Furz&lt;/em&gt; (bzw. - etwas nachdrücklicher -:&lt;em&gt; schönes Scheißen)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ferner könnte man Sympathieträger, wie kleine Kinder, junge Katzen, hübsche Frauen, Filmstars umbenennen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Babies: &lt;em&gt;Stinkies&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Kleinkinder: &lt;em&gt;Rotzies&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Kätzchen&lt;em&gt;: Räudies&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;hübsche Frauen:&lt;em&gt; Titties&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Filmstars:&lt;em&gt; Glotzies.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Liste kann beliebig verlängert werden. Ich bitte um zahlreiche Vorschläge, damit wir eine Eingabe an die Akademie für Sprache in Darmstadt und den Deutschen Sprachrat machen können!&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1261891133555858754?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1261891133555858754/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1261891133555858754' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1261891133555858754'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1261891133555858754'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/04/unsere-sprache-soll-arschiger-werden.html' title='Unsere Sprache soll arschiger werden!'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8822264471620756157</id><published>2008-03-28T03:10:00.000-07:00</published><updated>2008-03-31T04:29:26.981-07:00</updated><title type='text'>Chinesen,  Mondphasen und Kurschatten</title><content type='html'>Vor kurzem bekam ich ein neues Hüftgelenk. Eine physische Verbesserung, die mir darüber hinaus wesentliche Erkenntnisse bescherte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So erfuhr ich bei meinen ersten Gehversuchen im Klinikflur vom Ehemann meiner Flurnachbarin, daß diese ihre Reha in Bad Birnbach zu verbringen wünsche: "Da san die Chinesen - die san guat!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ferner teilte bei der Gruppengymnastik ein beständig sein operiertes Bein hin und herschwenkender Patient den anderen mit: "Ich brauch keine Reha, ich hab schon 'nen Kurschatten." Wild zum Fitsein war er entschlossen, dieser Senior, und so schwenkte und schwenkte er sein Bein, und gleich wieder arbeiten wollte er, gleich wieder Autofahren, kurzum: gleich wieder alles tun, was man auch sonst so tut. Verbote? Schonfrist? "Schmarrn! Nur wenn's an Sinn macht!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bemerkenswert war auch die geradezu wundersame krückenfreie Fitness eines stets lächelnden Reha-Patienten und Kiosk-Besitzers, der mit seinem Chirurgen "befreundet" war - "wir feiern unsern Geburtstag zsamm" - und der sich seinen OP-Termin mit Bedacht nach den "Mondphasen" gewählt hatte. Wenn man die nämlich nicht beachtet, kann man bei Arztbesuchen böse Überraschungen erleben! Das hatte der Kioskbesitzer am eigenen Leib erfahren, als er sich trotz der eindringlichen Warnung eines befreundeten Mondphasenexperten einer Zahnextraktion unterzog; das ging und ging nicht vorwärts, und zwar warum? Weil es "so blutete". Exakt das Problem, das der Mondphasenfreund vorausgesagt hatte!! Jawoll! Und deshalb hatte der Kioskbesitzer bei der Hüft-OP den günstigsten Mondphasen-OP-Termin genau berechnet. "Ja mei - dös haut einfach hi, schauns, i brauch koa Krückn!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weniger glücklich war die Physiotherapeutin, die ihm, der noch stark humpelte, das krückenfreie Gehen eigentlich untersagt hatte; aber was soll's - die Mondphasen waren halt stärker...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;P.S. Ansonsten - und ganz ohne Ironie: viele nette und wenige nicht so nette Menschen in der Reha-Klinik - tapfere, optimistische, ängstliche, bekümmerte - , kluge, sympathische Ärzte und Therapeuten, und viel Zeit für Bücher, Bilder, Gespräche und Musik.&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8822264471620756157?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8822264471620756157/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8822264471620756157' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8822264471620756157'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8822264471620756157'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/03/chinesen-mondphasen-und-kurschatten.html' title='Chinesen,  Mondphasen und Kurschatten'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-9188736566037267921</id><published>2008-01-10T09:25:00.000-08:00</published><updated>2009-10-12T03:00:51.463-07:00</updated><title type='text'>Aus- und Einblicke</title><content type='html'>Ein neues Jahr hat angefangen, das alte sich verabschiedet. Wie schön ist es da, angesichts des steten Weiterschreitens der Zeit, des "Panta rhei" der alten Griechen, sich der Dinge zu versichern, die Bestand haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So freuen wir uns jeden Tag, wenn wir nach Hause kommen, darüber, daß sich uns auf dem an den Hauseingang grenzenden Balkon der Nachbarn der gleiche Ausblick wie im letzten Jahr bietet.&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5153909257722812610" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_s6ZXZNUbIcs/R4ZdKc8qWMI/AAAAAAAAAAM/nP_p6MxS_C0/s320/IMG_2431.JPG" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt, es ist nicht jeden Tag der gleiche Ausblick: mal ergötzt das Auge eine matt orangefarbene Anorakjacke, dann wieder sind es weinrote Strickjacken und graugrüne Damenhosen, dann wiederum baumelt, wie auf dem obigen Foto, der Businessanzug des Nachbarn vor unseren Augen. Insgesamt ist aber eine beruhigende Konstanz aushängender Bekleidungsware zu verzeichnen, m.a.W., es hängt eigentlich immer was am Haken, wobei der Bekleidungsstil gediegen konservativ und frei von modischen Allüren ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben auf unserem gleichfalls an den Hauseingang grenzenden Balkon bislang noch keinen Kleiderhaken angebracht. Es gibt bei uns bei bestem Willen nichts auszulüften, und wenn, so erledigen wir dies schamhaft und diskret auf unserer Gartenterrasse. Doch wir fragen uns, ob dies im Sinn eines guten nachbarschaftlichen Zusammenlebens auch im neuen Jahr zu verantworten ist. Wäre es nicht taktvoller und solidarischer, auch unsere Garderobe auf dem Vorderbalkon auszustellen? Damit sich die Kleidungsstücke unserer Nachbarn nicht so isoliert dem Besucher darbieten? Und die zahllosen Gesprächsthemen, die sich daraus ergeben würden! Endlich wüßte man, worüber man, außer übers Wetter und das Kind der Nachbarn, mit ihnen reden könnte! Über das Rauchverbot, über Wohn-Duftsprays, über Geruchshemmer von Schlecker, über Duftsäckchen für den Wäschetrockner...&lt;br /&gt;Andererseits könnte daraus ein unguter modischer Wettbewerb entstehen, oder gar ein subtiler Wettstreit, wer die meisten verrauchten Sachen und demzufolge das interessantere gesellschaftliche Leben vorzuweisen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein ähnliches Problem stellen unsere Schuhe dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nachbarn ziehen ihre Schuhe vor der Wohnungstür aus und lassen sie dort auf einer Fußmatte. Wir entledigen uns unserer Schuhe in unserer Wohnung. Was mag unsere Nachbarin wohl von uns denken? Daß wir Schweinigel sind, die den Straßendreck in die Wohnung schleppen? Zweifellos. Zumal wir ja auch unsere Kleidung nicht auslüften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, es gibt noch viel zu tun und zu bedenken im neuen Jahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Packen wir's an.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-9188736566037267921?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/9188736566037267921/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=9188736566037267921' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/9188736566037267921'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/9188736566037267921'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2008/01/aus-und-einblicke.html' title='Aus- und Einblicke'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_s6ZXZNUbIcs/R4ZdKc8qWMI/AAAAAAAAAAM/nP_p6MxS_C0/s72-c/IMG_2431.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1448122145106548015</id><published>2007-12-03T10:50:00.000-08:00</published><updated>2007-12-03T14:05:48.434-08:00</updated><title type='text'>Die ehrlichste Werbung der Welt</title><content type='html'>Seit kurzem gibt es in der deutschen Werbung die Unerhörtheit eines Spots zu bestaunen, der nicht etwa irgendwelche Vorzüge der beworbenen Firma preist, sondern diese als abstoßende Juxbude darstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dem Spot tun seltsame, zombieartige Lebewesen, die entfernt an den Homo sapiens erinnern, merkwürdige, unzusammenhängende Dinge, wobei sie unverständliche Laute ausstoßen. Die Gesichter dieser seltsamen Lebewesen zeigen jene tumbe Entrücktheit, wie sie nur fortgeschrittene Debilität oder religiöse Ekstase hervorzubringen vermag. Im Hintergrund befindet sich Elektroware, und eingerahmt wird das Ganze von dem Schriftzug des größten deutschen Elektromarkts, so daß man immerhin begreift, daß hier für dieses Geschäft geworben wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Botschaft ist, bleibt indessen ein Mysterium; man hört allerdings hin und wieder eine Stimme irgendetwas von "unseren härtesten Kunden" raunen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was, lieber Leser, will uns also diese Werbung sagen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommt her, ihr Idioten, Zombies, Säufer und Debile; hier findet ihr alles, was eure Gehirne auf die Größe einer Nudel schrumpfen läßt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder: Lieber Kunde, mach dir nichts draus, wenn du doof bist; auch wir sind ein bißchen gaga und finden dich geil?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder: Der doofe Kunde ist ein guter Kunde, denn er kauft, kauft, kauft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und der doofe Betrachter dieser doofen Werbung lacht beifällig, weil er sich an die Talkshows und Comedies des Fernsehens erinnert und weiß, daß er bei diesem Markt als das begriffen wird, was er ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1448122145106548015?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1448122145106548015/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1448122145106548015' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1448122145106548015'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1448122145106548015'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/12/die-ehrlichste-werbung-der-welt.html' title='Die ehrlichste Werbung der Welt'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1944509532298029781</id><published>2007-11-20T12:53:00.000-08:00</published><updated>2007-11-24T02:47:26.858-08:00</updated><title type='text'>Wir Woyzecks</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;Gehen Sie gern ins Theater?&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Wenn ja, machen Sie einen großen Bogen um Befragungen. Vor allem, wenn man sich nach "Lebensgefühl, Erfahrungen, Meinung zur Familie, Politik und Gesellschaft" erkundigt. &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Sonst kann es Ihnen nämlich passieren, daß Sie Ihren gutgläubig geäußerten Ansichten nach einem halben Jahr auf der Bühne Ihres Theaters wiederbegegnen. Und zwar als dumpfes "Volkes Stimme" (SZ vom 13.11.2007) in einer Bearbeitung des Büchnerschen "Woyzeck", angesiedelt im Kleinbürgermilieu und garniert mit allem, was die Klischeekiste an typischen Requisiten des Kleinbürgers bereithält: Schrebergarten, Rotkäppchensekt, Jägerzaun, Picknickdecken, Putzeimer usw. usw. &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;So geschehen im Staatsschauspiel Dresden, wo der Dramaturg Stefan Schnabel und der Regisseur Volker Lösch die Ergebnisse einer Zuschauerbefragung mit Büchners Theaterstück zu einer Collage verwoben haben, die offenbar zeigen soll, welches rechtsradikale Potential auch im harmlosen bürgerlichen Theaterbesucher steckt. Dabei ist übrigens auch interessant, daß es offenbar nicht als Diskriminierung gilt, wenn der Kleinbürger und sein Geschmack an den Pranger gestellt werden. &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Daß die Sätze der Theaterbesucher "nahe ... an den Pamphleten der NPD" seien, stellt Alex Rühle in seinem Bericht in der SZ fest und wundert sich, daß nirgendwo "mündige Bürger" mit gutem Demokratiegefühl zu finden seien. Schuld daran ist für ihn aber nicht etwa die verfehlte Wirtschaftspolitik in den neuen Bundesländern. Nein, schuld sind die Bürger schon selbst an ihrer Unmündigkeit. Verdammt, man hat in einer Demokratie nunmal nicht unzufrieden zu sein! Dann ist man nämlich populistisch, kapitalmusfeindlich und anfällig für die "Kultur (!) der Fremd- und Selbstzerstörung", wie sie von den Skinheads und von Woyzeck praktiziert werden.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Also, lieber Theaterbesucher: Wenn Sie unzufrieden mit "denen da oben" sind, reißen Sie sich zusammen und fühlen sich gefälligst als freier demokratischer Bürger! Andernfalls sind Sie "dumpf" und gewaltbereit und werden demnächst Ihre Gattin erwürgen. Und sehen Sie zu, daß Sie weder Rotkäppchensekt trinken noch einen Jägerzaun im Garten haben.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1944509532298029781?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1944509532298029781/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1944509532298029781' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1944509532298029781'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1944509532298029781'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/11/wir-woyzecks.html' title='Wir Woyzecks'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-2335238098560007705</id><published>2007-11-15T09:50:00.000-08:00</published><updated>2007-11-16T04:53:38.815-08:00</updated><title type='text'>Goldvroni</title><content type='html'>Sind Sie auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Also wenn es mal ein bißchen was hermachen soll, entscheiden Sie sich doch für "Veronicas Silber" -  nämlich dasTafelsilber "Altspaten" der Firma Robbe&amp;amp;Berking.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für dieses Tafelsilber wirbt besagte Firma mit dem Schwarzweißfoto eines pausbäckigen Mädchens mit verdrossenem Schmollmund, leeren runden Augen und Sonntagsschleife in den zum Dutt gekämmten Haaren. Neben dem Kinderfoto, das unverkennbar die beliebteste deutsche Filmaktrice V.F. zeigt, droht majestätisch ein Silberlöffel mit den in kitschiger Großbürgernoblesse gestalteten Initialen &lt;em&gt;V.F.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ist die kleine Veronica nicht entzückend", ruft diese  Anzeige allen Bürgern zu, die auf Tischkultur und gehobene TV-Unterhaltung Wert legen. "Schon im Elternhaus hat sie als goldige kleine Prinzessin mit unseren Silberlöffeln gespeist, und auch heute setzt sie auf Tradition, wahre Werte und unser Tafelsilber."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mancher macht eben alles zu Gold; den Beruf, die Karriere, die Schwangerschaft, das Privatleben, das Tafelsilber und die herzigen Kinderfotos aus einer behüteten aber unglücklichen Kindheit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-2335238098560007705?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/2335238098560007705/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=2335238098560007705' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/2335238098560007705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/2335238098560007705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/11/goldvroni.html' title='Goldvroni'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8730284033735841047</id><published>2007-11-13T09:23:00.000-08:00</published><updated>2007-11-13T10:54:05.546-08:00</updated><title type='text'>Schwimmen und Sauerkraut</title><content type='html'>Heute mittag war ich im Schwimmbad.&lt;br /&gt;Als ich ins Wasser steige, steht da bei der Treppe ein alter, sehr alter Herr, den ich auf ungefähr hundert schätze.&lt;br /&gt;Er schaut mich fröhlich an und sagt: "Sie haben doch die ideale Figur."&lt;br /&gt;Ich: "Hm."&lt;br /&gt;Er: "Ich bin ja auch schlank, also ich nehme einfach nicht zu, da wundern sich alle immer."&lt;br /&gt;Ich: "Ach."&lt;br /&gt;Er: "Man muß halt nur das Richtige essen. Bei einer beschleunigten Verdauung regelt sich vieles von selber."&lt;br /&gt;"Oder bei Bewegung", sage ich, sehe, wie er weiterreden will und schwimme los.&lt;br /&gt;Nach anderthalb Runden ist er wieder neben mir.&lt;br /&gt;"Weil Sie schlank sind, schwimmen Sie auch schneller", sagt er.&lt;br /&gt;"Meinen Sie?" murmel ich und schwimme wieder los, diesmal noch etwas schneller und auf einer anderen Bahn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und während ich vor mich hinschwimme, fällt mir ein, daß genau dieser gesundheitsbewußte Senior vor einer Woche neben mir an den Massagedüsen stand und mir detailliert erzählte, daß er so gesund und so schlank sei, weil er jeden Tag Sauerkraut esse. Das koche er auch selbst. Jawohl, jeden Tag. Und deshalb sei er so gesund. Und so schlank. Nein, er werde einfach nicht dick. Da wunderten sich immer alle ... Jaja, das Sauerkraut...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe, wie Sir Sauerkraut sich zielsicher einem Geschwader von drei Damen nähert, die schon seit zwanzig Minuten nebeneinander durchs Becken ziehen und dabei über all das reden, was Frauen an Dringendem zu besprechen haben. Ich höre die Worte "Sauerkraut", "jeden Tag", "schlank", und wie eine der Damen mit freundlichem Interesse fragt: "Und das kochen Sie sich immer selbst?"&lt;br /&gt;Es entspinnt sich ein angeregtes Gespräch über Sauerkraut und Verdauung, und dann sehe ich den alten Herrn beschwingt dem Wasser entsteigen. Guter Tag das. Was für die Gesundheit getan und die frohe Botschaft vom Sauerkraut verkündet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich stelle mir vor, wie er in seiner Küche im Sauerkraut rührt und zufrieden vor sich hinmurmelt: "Jajaja, neeneenee."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8730284033735841047?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8730284033735841047/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8730284033735841047' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8730284033735841047'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8730284033735841047'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/11/schwimmen-und-sauerkraut.html' title='Schwimmen und Sauerkraut'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1601639677722954009</id><published>2007-11-07T08:49:00.000-08:00</published><updated>2007-11-08T01:38:25.499-08:00</updated><title type='text'>Mammamia</title><content type='html'>"Mama! Mama? Maamaa! Mama, hihihi, Mama..."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So beginnt ein Werbespot, der seit einiger Zeit im Radio zu hören ist. Und an die "Mama"-rufenden Kinderstimmen wird ganz selbstverständlich das Resumee gehängt, daß Kinder "Familie brauchen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirklich? Brauchen sie das? Brauchen sie nicht viel eher Krippen, Kitas, "professionelle" Betreuung und Förderung rund um die Uhr? Wer wirbt denn hier so hausbacken hinterwälderlerisch für die Familie?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, es sind nicht Bonbon- oder Windelhersteller. Es ist ein Spendenaufruf der SOS-Kinderdörfer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage mich, was die SOS-Kinderdorfmütter machen, wenn sie sich selbst verwirklichen wollen. Gibt's denn keine Krippen für die Kinderdorf-Kinder? Keine Kitas etc.?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frau von der Leyen, hier klafft eine skandalöse Lücke in Ihrem Konzept der Familienvernichtung. Und das, wie man im Englischen so unnachahmlich cool formuliert, &lt;em&gt;cannot be tolerated&lt;/em&gt;. Ich fordere Sie hiermit auf, umgehend Krippenplätze und Kitas für Kinderdörfer zu schaffen und die SOS-Mütter dem freien Arbeitsmarkt und der beruflichen Selbstverwirklichung zuzuführen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1601639677722954009?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1601639677722954009/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1601639677722954009' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1601639677722954009'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1601639677722954009'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/11/mammamia.html' title='Mammamia'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-7132042016108349234</id><published>2007-11-04T09:51:00.000-08:00</published><updated>2007-11-04T10:12:39.585-08:00</updated><title type='text'>Eheszenen, I</title><content type='html'>Im Wartezimmer  einer physiotherapeutischen Praxis. Ein älterer Herr, der zunächst draußen an den Stufen zum Eingang gestanden hat, beschließt der kühlen Herbstluft wegen drinnen weiter zu warten. Es ist offensichtlich, er will nicht selbst behandelt werden, sondern jemanden abholen.&lt;br /&gt;Schließlich wird die Tür eines Behandlungszimmers geöffnet, es erscheint eine reizende ältere Dame, auf zwei Krücken gestützt. Sie lächelt den Herrn hinreißend charmant an.&lt;br /&gt;"Ach, du bist schon da? Und ich wollte gerade draußen ein bißchen spazierengehen."&lt;br /&gt;Der Herr verzieht keine Miene. Er murmelt: "Kannst du gerne tun."&lt;br /&gt;Die Dame sagt nichts, sondern zieht ihren Mantel an.&lt;br /&gt;"Bist du fertig?" sagt der Herr.&lt;br /&gt;Sie  nickt. Er hilft ihr beim Rausgehen.&lt;br /&gt;"Ach, es geht schon", sagt sie, und er hält ihr die Tür auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Netter und harmloser Dialog? Hm.&lt;br /&gt;Ich höre den folgenden Subtext.&lt;br /&gt;"&lt;strong&gt;Du bist schon da? Und ich wollte gerade...&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Erstaunlich, daß du ausnahmsweise mal pünktlich bist. Bist du ja eigentlich nie, deswegen war ich auch schon voll darauf eingestellt, draußen noch mindestens eine Viertelstunde herumspazieren zu müssen."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;"&lt;strong&gt;Kannst du gern tun.&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Du bist ja sowieso nie dankbar, wenn ich dir helfe. Humpel halt draußen rum, solange du willst, wenn's Dir Spaß macht. Ich weiß wirklich nicht, warum ich dich überhaupt abhole, wenn du sowieso noch herumspazieren möchtest. Klar, hab schon verstanden, daß du mir meine Unpünktlichkeit reinreiben willst. Aber du könntest wirklich auch mal ein bißchen dankbar sein, anstatt hier die charmante Dame zu spielen und mir mit deinem ach so liebenswürdigen Lächeln mal wieder eine Ohrfeige zu verpassen."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;"&lt;strong&gt;Ach, es geht  schon.&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Ich brauche deine Hilfe eigentlich gar nicht, du muffeliger Kerl. Das heißt, leider doch, zumindest bei der Treppe. Schrecklich, wenn man auf Hilfe angewiesen ist. Aber ich werde ihm nicht den Gefallen tun, Schwäche zu zeigen. Darauf wartet er ja  nur."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:times new roman;"&gt;Wird in losen Folgen fortgesetzt&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-7132042016108349234?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/7132042016108349234/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=7132042016108349234' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7132042016108349234'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7132042016108349234'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/11/eheszenen-i.html' title='Eheszenen, I'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-3128312447911160335</id><published>2007-10-22T03:42:00.000-07:00</published><updated>2008-04-15T06:06:44.000-07:00</updated><title type='text'>Wie kultiviert sind Kulturkreise?</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;Was ist ein Kulturkreis? Ein loser Zusammenschluß von Leuten, die sich für "Kultur"interessieren und junge Musiker und Künstler fördern?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Falsch, lieber Leser. Kunst, Literatur und Musik sind für Menschen mit Geld und Einfluß das, was Kultur schon immer war: Dekoration des schönen Lebens und ein Mittel, Reichtum und damit Macht zu demonstrieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb trifft der/die naive Kunstbegeisterte in solchen Kreisen auf das zunächst seltsam erscheinende Phänomen, daß die Kulturkreis-Mitglieder wenig bis überhaupt keine Ahnung von Kultur haben und sich auch nicht dafür interessieren. Gesprächsansätze in diese Richtung, die der idealistische Neuankömmling anfangs noch versuchsweise startet, versanden innerhalb von Sekunden, und man kehrt schleunigst zum Austausch von Reise- und Kauferlebnissen zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der naive Neuankömmling ist im übrigen ohnehin nicht erwünscht. Er stört das schöne Gefühl des Im-eigenen-Saft-Schwimmens, die Gemütlichkeit des vertraulichen Geschwätzes über nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit der Naive bei den Mitgliederversammlungen keine unerwünschte Kritik während des Tagesordnungspunktes "Aussprache" üben kann, befindet sich dieser Punkt am Ende der Tagesordnung und wenige Minuten vor dem Start des zugehörigen Preisträgerkonzerts, mit dem die jungen geförderten Künstler geehrt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kleine Marginalie am Rande, die den Stil solcher Kulturkreise beleuchtet: Wenn der Kulturkreis-Vorsitzende dem Organisator der gesponsorten Konzertreihe als Dank eine Flasche Wein überreicht und dieses popelige Geschenk mit den peinlichen Worten begleitet, daß es ein "hervorragender Wein" sei, der - noch peinlicher - "fast" einem Rothschild gleichkomme, so wird hier mit huldvoller Gutsherrenarroganz eine Geschmacklosigkeit auf die nächste gestapelt, und das gegenüber einem Mann, der als einziger in diesem Kreis wirklich Ahnung von Musik hat. Aber was soll's - wes Brot ich ess, des Dank ich sing.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über das letzte Preisträgerkonzert decke ich den Mantel gnädigen Schweigens. Nur soviel: Es wurden humorvolle Reden vorgelesen - jawohl, auch die Scherze wurden vom Blatt abgelesen -, und es wurden exotische Marimbaklänge mit Klavier kombiniert. Autsch. Gottdank konnte ich in der gleichen Woche zwei wunderbare Konzerte mit Musik hören, die diesen Namen verdient - Musik, die einem eine Ahnung gibt davon, daß der Mensch nicht nur zum Fressen und Sterben geboren wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls ist die naive Kunstliebhaberin mal wieder ein kleines bißchen klüger geworden. Jajaja, neeneeneee.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-3128312447911160335?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/3128312447911160335/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=3128312447911160335' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3128312447911160335'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/3128312447911160335'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/10/wie-kultiviert-sind-kulturkreise.html' title='Wie kultiviert sind Kulturkreise?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-4960940640662362623</id><published>2007-09-27T13:51:00.000-07:00</published><updated>2007-09-29T02:16:17.976-07:00</updated><title type='text'>Altweibersommer am Ostersee</title><content type='html'>Ein Spätsommertag wie gemalt - gläserne Luft, die heiß ist von der Mittagssonne, herbstfarbener Wald um den idyllischen Ostersee, im Schilf hier und da ein paar Sonnenanbeter, vorzugsweise unbekleidet und vorzugsweise im Alter der herbstlichen Jahreszeit entsprechend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei fröhliche alte Männer steigen aus dem Wasser, ein bayrisch eingefärbtes Geplauder entfaltet sich - "muß man oasnutzn", "Genuß ohne Reue", "dös Wetter sull jo onders werdn" usw.; da bricht ein gebieterischer Ruf in die Idylle ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ruhe" schreit eine Dame, oder müssen wir sagen, eine Frau, denn sie liegt ganz und gar nackt im Gras, der Sonne hingegeben. Die alten Männer gucken aber nicht, und sie schweigen auch nicht, sie machen einfach weiter mit ihrem bayrischen Geplauder. "Ruhe" schreit die Frau wieder, und es klingt jetzt ganz böse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Do hot jemand Ruhe gerufa" teilt eine alte und übrigens stark bekleidete Frau den beiden fröhlichen Männern mit; sie schleppt ein umfängliches Gepäck auf ihrem Rücken und schaut ein bißchen aus wie die alten Hutzelweiblein aus Ubbelohdes Grimms-Märchen-Illustrationen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja freili, sagen die Männer und sind einfach nicht still. Jetzt ruft die Nackte nicht noch einmal in die Landschaft. Verbittert liegt sie in der Sonne, ihr Karma oder was immer sie gerade hegte ist zerstört, und wir fragen uns, welches Wort sie so in Rage brachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War es das flache Gerede vom "Genuß", das ihr Einswerden mit der Schöpfung verhinderte? Oder gar das Wörtlein "Reue"?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die Sonne scheint weiterhin auf Nackte und Nichtnackte, auf Alte und Junge, auf gutgelaunte Mücken und Bremsen, die reichlich Nahrung finden, auf Schilf, auf glitzerndes Wasser, auf Herbstlaub und im zarten Dunst verschwimmende ferne blaue Berggipfel.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-4960940640662362623?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/4960940640662362623/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=4960940640662362623' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/4960940640662362623'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/4960940640662362623'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/09/sptsommer-am-ostersee.html' title='Altweibersommer am Ostersee'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1354618382134654601</id><published>2007-07-16T04:10:00.000-07:00</published><updated>2007-07-16T04:38:20.471-07:00</updated><title type='text'>Liszts Liedern lauschen</title><content type='html'>Neulich war ich in einem Konzert in der Staatsbibliothek.&lt;br /&gt;Eine bekannte Sängerin sang Lieder von Liszt. Die Sängerin trug ein weißes Abendkleid; sie war kontrastreich geschminkt, ihre Augen funkelten, sie riß den dunkelroten Mund auf, zog die schwarzen Augenbrauen schmerzlich zusammen, strahlte zwischendurch furchterregend und bewegte sich leidenschaftlich hin und her. Sie mußte hoch und laut und mit sehr viel Vibrato singen,und es tat oft ein bißchen in den Ohren weh, wenn sie sehr laut und sehr hoch sang. Besonders laut war ein Lied zu dem Goethe-Text: "Süßer Friede, komm ach komm in meine Brust". Aber Mignons Lied aus "Wilhelm Meister" war auch ziemlich dramatisch. Dann gab es noch ein neues Lied von Liszt, in dem ein unbekannter Autor anläßlich des erwachenden Morgens "das Wogen der Brust" fühlt und sich seiner "freudig bewußt"ist. Das war kurz, aber besonders laut.&lt;br /&gt;Das Publikum, in Ehren ergraut und vertrocknet, lauschte gesittet, wobei man verstohlen umherguckte, wer denn alles gekommen sei und wen man hinterher beim Empfang treffen müsse.&lt;br /&gt;Zwischendurch erzählte eine erlesen frisierte Dame, die ein "von" vor dem Nachnamen trug, von Liszts Auftreten in München und las aus Briefen von Zeitgenossen vor. Sie hatte ein helle, brüchige Stimme und machte das - sagen wir mal - ganz reizend. Das Publikum schmunzelte entzückt, als sie vorlas, wie Bettina von Arnims Tochter Maxie beteuerte, daß sie es nicht bereut habe, den Grafen Pocci zum Abschied zu küssen.&lt;br /&gt;Nach dem Konzert gab es Laugenbrezeln, Ökosemmeln und Wein. Ich ging in den hellen, verregneten Juliabend hinaus, die Ludwigstraße glänzte naß, der Himmel war licht und ich atmete tief die kühle frische Luft.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1354618382134654601?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1354618382134654601/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1354618382134654601' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1354618382134654601'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1354618382134654601'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/07/liszts-liedern-lauschen.html' title='Liszts Liedern lauschen'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-5381764499174517192</id><published>2007-07-12T02:36:00.000-07:00</published><updated>2007-07-12T03:52:15.532-07:00</updated><title type='text'>Perlen am Nordseestrand</title><content type='html'>Wenn in Deutschland ein Regentief das nächste ablöst, der Himmel grau und der Boden feucht ist, sollte man an die Nordsee fahren. Dort ist der Himmel noch grauer, der Wind noch kälter und die Bemühungen der Touristen um Ferienstimmung - "es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung, hohoho" herzstärkend. Unglaublich, wie standhaft die urlaubenden Großmütter und Großväter, in Anoraks und Westen verpackt, von Caféterrassen und Bänken unter düster wolkenverhangenem Himmel aufs Meer starren. Dort gibt es ja auch viel zu sehen - Wellen mit Schaumkronen, Wellen ohne Schaumkronen, Autofähren im Halbstundentakt und Möwen. Und man hört im Vorbeischlendern echte Perlen der Gesprächskunst:&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;I.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mann (&lt;em&gt;alt, Anorak&lt;/em&gt;), zu Frau (&lt;em&gt;alt, Anorak&lt;/em&gt;): "Dann ess ich jetzt mal meine Banane."&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Frau: "Hm."&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;(&lt;em&gt;Eine halbe Stunde später sitzt das Paar immer noch auf der Bank. Der Mann hat eine Bananenschale in derHand, die Frau schläft&lt;/em&gt;.)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;II.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mann (&lt;em&gt;alt, Anorak&lt;/em&gt;) zu Frau (&lt;em&gt;alt, Anorak&lt;/em&gt;): "Äh, sach mal, haste denn dein Dingens dabei?"&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Frau: "Eh. Weiß nich."&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mann: "Na, dein Dingens, dein Tempo."&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;III.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mann (&lt;em&gt;alt, Weste&lt;/em&gt;) zuFrau (&lt;em&gt;alt, Weste&lt;/em&gt;), vor Gemüseauslage des Kaufmanns stehend: "Du, die haben keine Erdbeeren!"&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Frau (&lt;em&gt;tief entrüstet&lt;/em&gt;): "Da gehn wir nich nochmal hin!"&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;..........&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;So tobt das Leben der Rentner auf Föhr...&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;...........&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Aber die Fischbrötchen haben Clara wieder geschmeckt, und sie ist im Meerwasser der Therme geschwommen, und bei Abendspaziergängen zwischen grünen Weiden, wenn die Sonne gegen zehn Uhr hinter rosa Wolken unterging, sahen wir glückliche Kühe, schimpfende Austernfischer mit spitzen gelben Schnäbeln und blühende Gräser, die sich samt rosa Wolken und Goldsonne im Prielwasser spiegelten. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-5381764499174517192?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/5381764499174517192/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=5381764499174517192' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5381764499174517192'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5381764499174517192'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/07/perlen-am-nordseestrand.html' title='Perlen am Nordseestrand'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-14029140841784405</id><published>2007-05-13T04:41:00.000-07:00</published><updated>2007-05-14T08:37:06.728-07:00</updated><title type='text'>Muttertag</title><content type='html'>Was denkt eine Mutter am Muttertag?&lt;br /&gt;"Wird auch Zeit, daß mir mal jemand dankt - wieso eigentlich sonst nicht", oder: "Künstliche Geschichte, diese Nazi-Erfindung; wieso sollen Mütter was Besseres sein als der Rest der Menschheit", oder: "Alibi-Tag, der das schlechte Gewissen der ausbeuterischen Männerwelt beruhigt"?&lt;br /&gt;Ich denke an Monika Bleibtreu, die kürzlich beim Deutschen Filmpreis ihrem Sohn dankte, von dem sie so viel gelernt habe - Humor etwa, was bitter nötig gewesen sei...&lt;br /&gt;Ich finde es höchste Zeit, daß eine Mutter, die Prominenz und daher Einfluß hat, den Spieß mal umdreht und statt der bekannten Lamentatio über die angebliche Doppelbelastung von Mutter-"Rolle" und Beruf darauf verweist, wie viel wir Mütter durch unsere Kinder lernen.&lt;br /&gt;Ja, wir lernen von unseren Kindern und wir verändern uns durch sie; wir werden zu anderen, zu neuen Menschen durch die wunderbare Gegenwart unserer Kinder, durch die Verantwortung für sie, die Liebe zu ihnen, durch den erneuerten Kontakt mit dem, was in uns noch Kind ist; wir werden lebendiger durch die Spontaneität, die Phantasie, den Humor unserer Kinder, und wir werden getröstet und gestärkt durch ihre Liebe, durch ihre Geduld, die sie mit unseren kleinen Spleens haben, und durch ihre Fürsorge, wenn wir älter und einsamer werden.&lt;br /&gt;Das alles geht in dem gegenwärtigen Gerangel um Kinderbetreuung, Ganztagesschulen, Kinderkrippen vollkommen unter. Wie müssen sich Kinder heute fühlen, wenn sie in all diesen Diskussionen letztlich nur als Störfaktor bei der beruflichen "Selbstverwirklichung" der Frauen vorkommen?&lt;br /&gt;Ich jedenfalls bin sehr froh über meine vier Kinder und über das, was sie aus mir gemacht haben. Danke, Charlotte, Danke, Dietrich, Danke, Anna, Danke, Clara!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-14029140841784405?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/14029140841784405/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=14029140841784405' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/14029140841784405'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/14029140841784405'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/05/muttertag.html' title='Muttertag'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-7806070678961299918</id><published>2007-05-03T12:24:00.000-07:00</published><updated>2007-05-08T11:15:03.311-07:00</updated><title type='text'>Kann man Zwölftonmusik lieben?</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Neulich war ich in einer Lesung plus Konzert: zu dem Thema "Thomas Mann und die Musik" wurde aus dem "Doktor Faustus" sowie aus den Briefwechseln zwischen Thomas Mann, Th. W. Adorno und Arnold Schönberg vorgelesen, und zwischendurch spielte eine Pianistin Klavierstücke von Schönberg.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:times new roman;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:times new roman;"&gt;Kurze Anmerkung für die, die den "Doktor Faustus" nicht kennen: Th. Mann schildert darin einen Komponisten, der nach einem mysteriösen Pakt mit dem Teufel eine sensationell neue Musik erfindet - nämlich die Zwölftonmusik. Schönberg, der (neben dem weniger bekannten Komponisten Hauer) ja der eigentliche Erfinder der Zwölftonmusik ist, war nun schrecklich besorgt, daß die Leser dieses Romans - also eines fiktiven Werks - dessen ebenso fiktiven Komponisten für den wahren Erfinder der Zwölftonmusik halten könnten, so daß ihm, Schönberg, der ihm zustehende Ruhm nicht zuteil würde. Es ist bewundernswert, wie diplomatisch und höflich Thomas Mann in seinen Briefen an Schönberg mit den abseitigen, um nicht zu sagen dümmlichen Sorgen des Herrn Schönberg umging. Ebenso diplomatisch verfuhr Mann übrigens auch mit Adorno, der sich von seiner beratenden Tätigkeit bei den Textpassagen des "Doktor Faustus", die von Musik handeln, eine Teilhabe an Thomas Manns Ruhm erhoffte ... &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Times New Roman;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;So viel zur Information. Mir geht es hier aber nicht um Thomas Mann und auch nicht um sein Verhältnis zu Schönberg und Adorno, sondern um die Zwölftonmusik. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Die wurde an dem besagten Abend nun von einer russischen Pianistin dargeboten, und zwar mit großer Ausdrucksintensität, ja Theatralik. Es fehlte nicht an feinsinniger Mimik, intensiven Körperverrenkungen, dramatischen Zuckungen - kurz: wer nur die Pianistin betrachtet hätte, ohne die von ihr hervorgebrachten Töne zu hören, hätte nicht gezweifelt, daß hier eine extrem emotionale, spannungsgeladene und bewegende Musik realisiert wurde. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Die Musik aber, die man hörte, war: scheußlich. Zusammenhangloser, schmerzhaft kakophonischer Wahnsinn. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Der künstlich hergestellte Zusammenhang nach den ausgetüftelten Regeln der Zwölftonreihe ist ganz offensichtlich mit den Ohren nicht erkennbar, sondern nur anhand einer genauen Analyse des Notenbilds. Mit dem gleichen Recht, wie Schönberg sein akustisches Vexierspiel als "Musik" bezeichnet hat, könnte ein Autor, der beispielsweise die Buchstaben seines Gedichts, bevor er es druckt oder vorliest, durcheinanderwürfelt, von den solcherart neu entstandenen Kunstworten behaupten, sie seien Poesie. Man könnte solche "Poesie" sicher, ebenso wie Schönbergs Musik, mit Verve und vehementem Ausdruck vortragen, ohne daß irgendein Sinn als der durch die Ausdrucksweise behauptete entstünde.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Aber was soll einem eine Musik, deren Sprache man nicht versteht? Die nicht das vermag, was Musik über die Jahrhunderte hinweg immer vermocht hat - nämlich zu bewegen, zu rühren, ja mehr: mitten ins Herz zu treffen?&lt;br /&gt;Es ist doch interessant, daß die gesamte "U-Musik",vom Schlager bis zum anspruchsvollsten Pop, den Weg der sich für seriös haltenden zeitgenössischen Komponisten in die Kakophonie nicht mitgegangen ist. Die Musik, die vom überwiegenden Teil der abendländischen Menschheit geliebt wird, ist nicht zwölftönig, aleatorisch oder sonstwie "modern". Nein, sie ist, wie mal ein Musikkritiker der SZ mißbilligend bemerkte, "zutiefst konservativ".&lt;br /&gt;Mich wundert es immer wieder, daß die Apologeten der modernen Musik fest die Augen davor verschließen, daß Musik immer noch als "Klangrede" wahrgenommen wird, daß man aber die Regeln, nach denen Sprache - und ebenso Musik - funktioniert, nicht einfach willkürlich ändern kann. Wer möchte schon in ein Theaterstück gehen, in dem statt Rede und Gegenrede nur sprachähnliche Laute ausgestoßen werden, allerdings mit den gleichen emotionalen Einfärbungen und Gesten wie echte Sprache? So etwas ist vielleicht fünf Minuten lang neu, dann skurril, dann langweilt es.&lt;br /&gt;Daß ein leidenschaftlicher Musikliebhaber wie Adorno trotz seiner Liebe zur klassischen Musik ein glühender Verteidiger der Zwölftonmusik war, ist erklärbar wohl nur aus seiner marxistisch geprägten Kulturtheorie. Mit dem Ende der bürgerlichen Epoche hatte gefälligst auch deren Musik abzudanken; die "Zukunftsmusik" der neuen Zeit mußte eben auf ganz neuen Prinzipien errichtet werden, und wenn die Menschheit diese Musik nicht wollte, so zeigte sie damit nur, daß sie rückwärtsgewandt und bürgerlich erstarrt war.&lt;br /&gt;Fast schon unheimlich, wie dieses Sich-Verrennen in eine Theorie die Sinne vernagelt. Aber das gilt möglicherweise für viele Theorien...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Times New Roman;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-7806070678961299918?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/7806070678961299918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=7806070678961299918' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7806070678961299918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/7806070678961299918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/05/kann-man-zwlftonmusik-lieben.html' title='Kann man Zwölftonmusik lieben?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-1761393694992955084</id><published>2007-03-21T12:28:00.000-07:00</published><updated>2007-03-21T13:25:31.806-07:00</updated><title type='text'>Das "Hänsel-und-Gretel"-Prinzip oder: Schwäbische Pädagogik</title><content type='html'>"Back to the roots" sagte sich ein Elternpaar im schwäbischen Uttenweiler:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;em&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Weil sie ihr Zimmer nicht aufgeräumt hatten, sind zwei kleine Mädchen im baden-württembergischen Uttenweiler von ihren Eltern im Wald ausgesetzt worden. Eine Spaziergängerin fand die vier und sieben Jahre alten Kinder am frühen Freitagabend frierend und verängstigt und alarmierte die Polizei. Die Kinder wurden danach zu ihrer Familie zurückgebracht. Das Jugendamt setzte jedoch eine Familienpflegerin ein, die zunächst wenigstens eine Stunde am Tag anwesend sein soll. Die Eltern hätten von Anfang an nicht geplant, die Kinder dauerhaft auszusetzen, betonte ein Polizeisprecher. Sie hätten die Kinder wieder aus dem Wald abholen wollen, sie dort aber nicht mehr angetroffen."&lt;/span&gt; (SZ vom 19.3.2007, dpa)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vorfahren dieses schwäbischen Elternpaars sollen in den hessischen Wäldern gehaust haben, wo sie bereits im 17. Jahrhundert ihr hochwirksames Erziehungsprinzip der Kindsausetzung im Wald entwickelten. Wie der Vater der Mädchen, Herr Norbert Wimmerle, auf unsere telefonische Anfrage hin betonte, sei dieses Prinzip von den Brüdern Grimm in dem bekannten Märchen von Hänsel und Gretel völlig verfälscht dargestellt worden. Herr Wimmerle war im übrigen äußerst erbittert über das unbefugte Sicheinmischen der Spaziergängerin, durch die die "gesamte Maßnahme fählgeschlage isch - meine Mädle waren hochgradig verunsichert und hielten doch tatsächlich diese übermotivierte Frau für die Hex!" Hier lachte Herr Wimmerle herzlich, und auch seine Frau schmunzelte hörbar, obwohl, wie sie ergänzend bemerkte, "die Situation jätzscht extrem schwierig isch - das Erziehungsziel isch halt wägen der ganzen Aufregung ein bissle in den Hintergrund gerückt, gell!"&lt;br /&gt;Es scheint in dieser Hinsicht aber doch Hoffnung zu bestehen, denn die beiden Töchter hielten sich, wie uns Herr Wimmerle mit unverhülltem Stolz in der Stimme versicherte, während des gesamten Telefongesprächs in ihrem Kinderzimmer auf, das sie "zum ärschtenmal völlig freiwillig aufgeräumt habet, hano!"&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-1761393694992955084?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/1761393694992955084/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=1761393694992955084' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1761393694992955084'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/1761393694992955084'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/03/das-hnsel-und-gretel-prinzip-oder.html' title='Das &quot;Hänsel-und-Gretel&quot;-Prinzip oder: Schwäbische Pädagogik'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-8844936501029802934</id><published>2007-03-08T09:44:00.000-08:00</published><updated>2007-03-29T03:40:43.042-07:00</updated><title type='text'>Ist Peter Singer glücklich?</title><content type='html'>Neulich war ich auf einem Fest. Einem Faschingsfest in dem Zentrum, wo meine Tochter Clara von Montags bis Freitags lebt (am Wochenende ist sie zu Hause). Und es war umwerfend. Nirgendwo sonst habe ich solche Lebensfreude, solche Begeisterung, solche hinreißend gute Laune erlebt wie dort. Unter dem Motto "Die damischen Ritter von Giesing" hatten sich alle wunderbar verkleidet, die Betreuer hatten Burgkulissen gemalt, es gab Krapfen, und zu schwungvoller Musik wurde kräftig "abgetanzt" (das geht auch mit Rollstühlen).&lt;br /&gt;Als ich wieder nach Hause fuhr, mußte ich an Peter Singer denken. Das ist dieser in Deutschland sehr heftig umstrittene australische Ethiker, der inzwischen in Princeton lehren darf und neulich bei Maischberger eingeladen war, wo er mit anderen Gästen über das Lebensrecht Behinderter diskutierte. Das bestreitet er nämlich, das Lebensrecht, der gute Herr Singer, u.a. mit dem Argument, daß man schwerbehinderte Säuglinge zu ihrem eigenen Wohl bzw. auch zum Wohl ihrer Eltern töten dürfe. Begründet wird das mit der utilitaristischen Zielsetzung der "Glücksmaximierung" bzw. Leidverhinderung.&lt;br /&gt;Dazu gäbe es eine ganze Menge zu sagen, aber dies soll keine philosophische Abhandlung werden. Besonders absurd - das möchte ich hier doch erwähnen - fand ich allerdings einen Artikel von einem Helmut F. Kaplan, der ein Anhänger Singers und ein Propagandist von "Tierrechten" ist. In diesem Artikel gibt es u. a., nachdem Kaplan erstmal Handlungen und Unterlassungen in einen Topf geschmissen hat, die folgende an Irrsinn grenzende Scheinlogik zu bewundern: "Wenn man es für moralisch falsch hält, ein neugeborenes ...Kind ...zu töten, weil sich daraus einmal eine Person entwickeln wird, dann müßte man es ... auch falsch finden, eine Handlung zu unterlassen, die die gleiche Konsequenz hat: den Geschlechtsverkehr. In beiden Fällen, bei der aktiven Tötung wie bei der Nichtzeugung, wird das Entstehen einer Person verhindert. Tötung und Nichtfortpflanzung, Handlung und Unterlassung, haben die gleiche Konsequenz - und sind daher moralisch vergleichbar."&lt;br /&gt;Zur Kritik an Singer gibt's eine ganze Menge Informationen im Internet; bei Wikipedia sind einige "Basics" nachzulesen und ein paar gute Links. Bei Maischberger jedenfalls wurde Singer mit der Pflegemutter eines behinderten Down-Syndrom-Kindes konfrontiert, das seine Abtreibung überlebt hatte und inzwischen ein fröhlicher und, jawohl, ein sehr glücklicher Junge geworden ist. Auf die Frage, ob er es nicht schön fände, daß der kleine Tim lebt, antwortete Singer: "Ich finde es falsch, daß dieses Kind am Leben ist." Was der Herr Professor aus Princeton zu den kritischen und präzisen Fragen der gut informierten Gäste sonst noch zu sagen hatte, war nicht besonders bemerkenswert; er machte keine gute Figur, unterließ es aber fast nie, ein souverän-gütiges Lächeln zur Schau zu tragen.&lt;br /&gt;Dieses Lächeln kann man auch auf der Homepage des Professors bewundern, und zwar gleich elfmal. Denn genau so viele Fotos von Singer höchstpersönlich, in leger-edlem leinenen Freizeithemd, finden sich auf der Homepage: Singer im Gegenlicht, Singer auf einer überwachsenen Steinmauer, Singer kurzbehost im Grase knieend, Singer der Tierfreund ein Schaf streichelnd ... Und immer dieses penetrant gütige Lächeln. Man meint schließlich, wie weiland Alice im Wunderland, als sie der grinsenden Katze begegnet, nur noch das Grinsen des Professors zu sehen.&lt;br /&gt;Und es ist doch interessant, warum der Ethikprofessor, der zum Töten aufruft, sein eigenes Existieren gleich elfmal im Foto beweisen muß. Wer weiß, vielleicht fühlt er sich ja nur lebendig, indem er Leben verneint. Ob er damit auch glücklich ist, möchte ich allerdings bezweifeln.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-8844936501029802934?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/8844936501029802934/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=8844936501029802934' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8844936501029802934'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/8844936501029802934'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/03/ist-peter-singer-glcklich.html' title='Ist Peter Singer glücklich?'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-416724096170078115</id><published>2007-03-01T07:11:00.000-08:00</published><updated>2007-03-29T03:44:24.330-07:00</updated><title type='text'>Ihr Kinderlein kommet</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:times new roman;"&gt;...zur Krippe herkommet, und zwar nicht der "Ur-Krippe" in Bethlehems Stall, sondern in eines der von Frau von der Leyen propagierten Aufbewahrungs-Ghettos. Und von den Kindern muß in dieser künstlich aufgeheizten Diskussion zuallererst geredet werden - nicht von den Müttern.&lt;br /&gt;Schon der Name für diese Baby-Sammelstellen ist ein Hohn und pervertiert den ursprünglichen Sinn, nämlich ein von der leiblichen Mutter behütetes Bett für das neugeborene Baby zu sein. Nein, die Krippen, um die zur Zeit so heftig gestritten wird, sind keine von der Mutter behüteten Orte für Kleinkinder, sondern von bezahltem Fachpersonal durchorganisierte "Betreuungsangebote", wo auch die ganz Kleinen schon "gefördert", beurteilt, aufs Lernen vorbereitet und auf das Leben in Gemeinschaft hin sozialisiert werden.&lt;br /&gt;Na und? Ist das so schlecht? Nein, es ist sicher nicht die Hölle, und manch ein Kind wird so etwas ohne "sichtbare" Schäden, aber mit den messbaren Positiva erhöhter Teamfähigkeit, Flexibilität und Lenkbarkeit durchlaufen.&lt;br /&gt;Warum also rege ich mich auf?&lt;br /&gt;Ich glaube, daß hier etwas Grundsätzliches übersehen wird. Es geht nicht nur darum, daß mit der Kinderkrippe dem kleinen Kind bereits im Stadium des Nesthockers etwas zugemutet wird, das erst zu einem späteren Zeitpunkt seiner Entwicklung kommen dürfte. Nein, das Entscheidende ist, daß ihm das vorenthalten wird, was es zu Beginn seines Lebens am meisten braucht: die ungeteilte und nicht bewertende Liebe der Mutter. Eine Mutter liebt ihr Kind um seiner selbst willen, nicht wegen irgendwelcher Merkmale oder Begabungen. Nur durch diese Liebe, die keine Gründe braucht und sucht, bekommt das Kind das Urvertrauen, das die Voraussetzung zur Entwicklung einer gesunden und glücklichen Persönlichkeit ist. Keine noch so engagierte Erzieherin kann hier die Mutter ersetzen.&lt;br /&gt;Klar - auch die Erzieherin "mag" ihre Krippenkinder, auch sie ist "nett" zu ihnen; aber sie wird gar nicht umhin können, die ihr anvertrauten Kinder zu vergleichen, zu bewerten, zu beurteilen. Und schon sind die Kinder dort, wo sie ohnehin früh genug hinkommen - im Prokrustesbett des Leistungsdenkens, des "Rankings", des "Nutzens". Und wenn dann die Fremdbetreuung jeden Tag acht Stunden dauert, wird das Argument von der"Qualität" der mütterlichen Zuwendung, die angeblich die "Quantität" aufwiege, unglaubwürdig.&lt;br /&gt;Die Lösungen liegen anderswo, nicht im Ausbau der Kinderkrippen. Mehr Zeit für die Familie, mehr Flexibilität bei Halbtagsjobs, bei der Rückkehr in den Beruf nach mehrjähriger Familienpause, mehr häusliche Hilfen für Mütter (zum Beispiel eine Art Zivildienst - auch übrigens für Mädchen - in Familien): das sind einige Stichworte; hier sollte Frau von der Leyen mal Phantasie entwickeln, anstatt alte Pläne der Schröderregierung aus der Schublade zu ziehen ...&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Times New Roman;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-416724096170078115?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/416724096170078115/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=416724096170078115' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/416724096170078115'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/416724096170078115'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/03/ihr-kinderlein-kommet.html' title='Ihr Kinderlein kommet'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-456713610680644387.post-5423958893211848084</id><published>2007-02-27T11:26:00.000-08:00</published><updated>2007-02-28T12:12:32.044-08:00</updated><title type='text'>Jaja, der Oscar</title><content type='html'>Ich möchte zuallererst den Titel meines Blogs kurz erläutern. Er ist ein Zitat von Joseph Beuys (ob und wie ich den schätze, sage ich ein andermal). Beuys kam mal von einer Beerdigung bei Verwandten nach Düsseldorf zurück, wo er einem Disziplinarausschuß Rede und Antwort stehen mußte. Auf der Beerdigung hatten seine Verwandten kopfnickend dagesessen und immer bloß "Ja, ja, ja" oder "nee, nee, nee" gemurmelt. Und so antwortete Beuys den Herren und Damen des Ausschusses auf ihre Fragen auch nur mit "Ja. ja, ja" und "Nee, nee, nee" ...&lt;br /&gt;Ich bin, wenn ich beim Frühstück unsere Tageszeitung lese, auch so ein Kofpschüttler und Jajaja-Neeneenee-Sager. Letztlich läßt sich wohl das meiste auf diese Grundpfeiler der menschlichen Kommunikation zurückführen ...&lt;br /&gt;Trotzdem will ich das, was sich sprachlich um solches Kopfschütteln herumranken läßt, ab jetzt einfach mal "bloggen".&lt;br /&gt;Und damit bin ich beim aktuellen Thema: dem Oscar für "Das Leben der Anderen". Meine Reaktion: Freude, Zustimmung, also: großes "Ja". Die Zeitungs-Kommentare vorher, beispielsweise in der FAS (Frankf. Allgem. Sonntagszeitung): hämisch, unsachlich. Da wurde über H.v.D.'s Name gelästert - eine wohlfeile Häme, die ich übrigens ganz besonders primitiv finde -, sein angeblich pompöses Selbstbewußtsein ironisiert, usw. usw.&lt;br /&gt;Warum mögen die Herren und Damen der Feuilletons diesen Mann nicht? Er paßt eben nicht ins Klischee des "Künstlers", der gefälligst neurotisch, proletarisch, ungehobelt und unangepaßt zu sein hat. Florian H. v. D. aber kommt aus gutem Haus, pflegt keine Komplexe in der Öffentlichkeit, tritt selbstbewußt auf und irritiert somit nachhaltig die Zunft, die Derartiges nicht gewöhnt ist.&lt;br /&gt;Natürlich müssen diese Leute - die ja alle die Oscarverleihung tief verehren - jetzt erstmal klein beigeben. Aber nun wird schon geunkt: Wird von Donnersmarck die Last des Oscars und der daran geknüpften Erwartungen aushalten??!!&lt;br /&gt;Ich jedenfalls freue mich auf seinen nächsten Film. Jajaja....&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/456713610680644387-5423958893211848084?l=jajajaneeneenee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/feeds/5423958893211848084/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=456713610680644387&amp;postID=5423958893211848084' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5423958893211848084'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/456713610680644387/posts/default/5423958893211848084'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jajajaneeneenee.blogspot.com/2007/02/jaja-der-oscar.html' title='Jaja, der Oscar'/><author><name>Dr. Lore Brüggemann</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01221429648090065558</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry></feed>
